Staatsanwaltschaft geht nicht von Fremdverschulden aus

Fall Hannes: Ende der Ermittlungen

+
Die FCM-Fans hatten sich im Oktober zu Gedenk-Veranstaltungen zusammengefunden. 

Mageburg/Stendal. Im Fall des verunglückten FC-Magdeburg-Fans Hannes sind die Ermittlungen eingestellt worden. Das erklärte nun die Staatsanwaltschaft Magdeburg. 

Demnach bestehen keine Hinweise darauf, dass der junge Mann am 1. Oktober 2016 aus einer fahrenden Regionalbahn beim Bahnhof Haldensleben gestoßen wurde.

Hannes sei zwar in der Bahn auf Anhänger des Hallenser Fußballclubs getroffen. Dabei sei es aber nicht zu Gewalttätigkeiten gegen ihn gekommen. Die Behörde geht nach Abschluss der Ermittlungen vielmehr davon aus, dass Hannes durch die „Kulisse von gegnerischen Fans“ in dem Waggon die Tür selbst geöffnet habe und dann aus dem bereits fahrenden Zug springen wollte – wobei er stürzte.

Bei diesem Sturz schlug der junge Magdeburg-Fan mit dem Kopf auf einem Stein auf. Zwei Wochen später starb er an den Folgen.

Die Polizei hatte wegen Totschlags ermittelt. Dabei seien über 30 der sich im Zug befindlichen HFC-Fans identifiziert worden, hieß es im Oktober. Nach dem Vorfall war es zu großen öffentlichen Beileidsbekundungen aus der Fußballfan-Szene gekommen.

Soweit im Zuge der polizeilichen Ermittlungen der Verdacht gegen einen Beschuldigten erhärtet werden konnte, einen anderen Fahrgast geschlagen zu haben, dauern die Ermittlungen an.

Von Kai Hasse

Kommentare