Fahrpläne nur mit der Lupe erkennbar

Die Schrift ist für den Sehbehinderten Horst Möller nur mit einem Hilfsmittel zu lesen.

Stendal - Von Thomas Pusch. Was für die meisten eine Bereicherung ist, nutzt Sehbehinderten wie Horst Möller überhaupt nichts. „Die Anzeigetafel am Busbahnhof ist viel zu hoch“, sagte er. Und das war nicht seine einzige Kritik.

Als großartige Bereicherung für die Schnittstelle Stendaler Hauptbahnhof wurde die elektronische Anzeigetafel gelobt. Doch für Sehbehinderte wie Horst Möller nutzt sie gar nichts, nicht nur wenn sie wie am Tag des Treffens mit der AZ ausgefallen ist. „Sie ist einfach zu hoch angebracht“, beklagt der Stendaler. Da müsse er schon ein Fernglas zur Hand nehmen.

Eine Lupe hingegen braucht er, wenn er die Fahrpläne an den Bushaltestellen lesen will. Und selbst damit seien die Abfahrtzeiten und Verbindungen kaum zu erkennen. „Die Schrift ist wirklich winzig“, meint er. Zu gering sei außerdem offenbar der Platz auf den Laufschrifttafeln der Busse. Da stehe dann beispielsweise „Stendal-Sperlings“ anstelle von „Sperlingsberg“. „Das Stendal kann man doch im Stadtverkehr weglassen, das ist doch klar“, so Möller. Ein viel größeres Problem findet er hingegen, dass die Stationen nicht mehr angesagt werden. Gerade im Dunkeln könne man sich als Sehbehinderter, der die Anzeige ohnehin nicht erkennen kann, nicht zurechtfinden. Das Zählen der Haltestellen habe auch keinen Sinn, schließlich halte der Bus ja nicht an jeder Möglichkeit, wenn keiner ein- oder aussteigen will.

Das Ansagen von Stationen sei eigentlich nur noch in Großstädten üblich, sagte Uwe Rößler, Geschäftsführer des Konzessionsnehmers RVW. Die technischen Voraussetzungen wären aber gegeben. Die Fahrpläne würden allerdings bereits jetzt überarbeitet. Nicht nur wegen der Schriftgröße, sondern weil bei den Linien in Stendal als Ziel nur der Hauptbahnhof zu erkennen ist, ohne weitere Unterordnungen. Auch das hatte Möller im Gespräch mit der AZ kritisiert.

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