Zönu organisiert Tümpeltour am Stadtsee / Insektenstaubsauger im Einsatz

Fahndung im Uchte-Nass

Ein Rückenkäfer dreht seine Runden im Wasserglas, das er sich mit einer Posthornschnecke teilt. Aisha (v.r.), Reujin und Marlon können sich kaum sattsehen an den filigranen Tierchen – auch wenn sie solche in der Uchte am Stadtsee nicht finden konnten.

Stendal. Das Kommando „Tiere freilassen“ holt 22 Gagarin-Schüler gestern Früh aus den schier unerschöpflichen Tiefen der Stendaler Unterwasserwelt. „Tümpeln am Stadtsee“ stand auf dem Lehrplan der Viertklässler.

Das Bucher Zentrum für Ökologie, Natur- und Umweltschutz (Zönu) hatte am Uchtelauf unweit der Erich-Weinert-Straße ein Forscherlabor eingerichtet, Wasserlupen und Kescher aufgebaut, damit Stendals Stadtjugend Einblicke ins mehr oder minder prall bevölkerte Uchte-Nass nehmen kann.

Eine Liste mit über 20 Flüssigweltwesen stand den Mädchen und Jungen der Klasse 4 b zur Verfügung. Wasserasseln und Zuckmückenlarven fanden sich auf der „Fahndungsliste“. Und die Truppe forschte mit Eifer. Ließ das Keschernetz ein ums andere Mal in den ein bisschen trübe wirkenden Gewässerlauf tauchen. „Toll, ein Wasserkäfer“, hörte Zönu-Mitarbeiterin Renate Klasse ihren Schützling Max rufen. Und konnte dem Neunjährigen Recht geben. An Campingtischen untersuchten die Schüler ihre Funde. Notierten pH-Werte und Nitrat-Gehalte. Und konnten auch den quietschfidelen Inhalt eines Wasserglases in Augenschein nehmen, den Bernd Michelmann aus dem Bucher Laufgraben „entführt“ hatte. Einen Rückenkäfer und eine Posthornschnecke brachte der Zönu-Mitarbeiter aus dem Elbedorf mit in die größte Altmarkstadt. Schließlich gedeihen der Wasserqualität wegen nur vergleichsweise wenig Lebewesen in der Uchte. So ein paar Bucher Wassertouristen können da den Unterricht der Stendaler Stadtsee-Schüler schon ordentlich auflockern.

Der Tümpeltour am Stadtgewässer schließt sich ein weiterer Naturkunde-Spaziergang durchs Plattenbaugebiet an. Schon werden Gagarin-Schüler einmal quer über die Straße vor ihrer Lehrstätte gehen, dann noch ein Schritte geradeaus wandern, um mitten in einem inzwischen wieder ziemlich naturbelassenen Areal auf Insektensuche zu gehen. Wo bis vor kurzem noch Wohnblocks standen, hat sich im Areal zwischen Heinrich-Zille- und Albrecht-Dürer-Straße jede Menge Natur breitgemacht. Eine ideale Zone für Insektenstaubsauger.

Von Antje Mahrhold

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare