Stadt sieht für zusätzliche Haltestelle keinen großen Bedarf

Stendal: Bus fährt an Flugplatz vorbei

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In Borstel hält der Bus. Zwischen Stendaler Ortschaft und Kernstadt gibt es dann erst einmal keinen weiteren Stopp. Der Flugplatz liegt ungefähr auf Hälfte der Strecke.

Stendal – Der Bus fährt weiter vorbei an einem Ort, der mitunter Tausende Menschen anzieht. Die Chancen für eine Haltestelle am Flugplatz in Borstel sieht Stadtsprecher Armin Fischbach auf Anfrage der AZ bei fast null.

Der Bau eines Stopps auf dem Gelände selbst mache aus Sicht der Verwaltung ebenfalls kaum Sinn. „Selbst mit Blick auf die ohne Frage vielfältigen Veranstaltungen scheint eine eigene Haltestelle einen unverhältnismäßigen Aufwand darzustellen. “ Die Baukosten lägen bei immerhin annähernd 25 000 Euro.

Die Einfahrt zum Flugplatz Borstel an der viel befahrenen Osterburger Straße. Im Hintergrund ist der Tower klein und verdeckt gerade noch zu erkennen. Fotos: hertzfeld

Flugtage, Meisterschaften in verschiedenen Sportarten, Konzerte, Autotreffen und Trödelmärkte – die Liste der Veranstaltungen scheint durchaus lang. Gerade in der warmen Jahreszeit zieht das Gelände an der Osterburger Straße auch Leute an, die in kein Flugzeug steigen wollen. Das Gelände verfüge über mehr als genug Stellplätze für Pkw. Der überragende Teil der Besucher nutze nun einmal das eigene Auto, der eine oder andere das Fahrrad, ist der Stendaler Rathaussprecher überzeugt.

Die Planung des Nahverkehrs erfolgt nicht allein durch die Stadt, sondern in Zusammenarbeit mit dem Landkreis. „Das Thema kam bereits einige Male zur Sprache.“ Der Kreis der Befürworter in der Bevölkerung scheint Fischbach dennoch recht überschaubar. „Genauere Erhebungen zur Anzahl der Interessenten an einer potenziellen Haltestelle gibt es nicht, doch den mir vorliegenden Informationen nach handelt es sich nur um eine Handvoll Leute.“ Eine Busverbindung ermöglichte aber ohne Frage eine unkomplizierte Anfahrt.

Neben den Kosten und der angenommenen Nutzerzahl spreche ein weiterer Punkt gegen eine Haltestelle vor dem Flugplatz. „Die anderen Verkehrsteilnehmer müssten mit Einschränkungen leben, da die Geschwindigkeitsbegrenzung verschärft werden müsste und mit Behinderungen durch haltende Busse zu rechnen wäre“, führt der Stadtsprecher aus. All diese Gründe träfen übrigens im Grundsatz auch dann zu, wenn es sich nur um eine sogenannte Bedarfshaltestelle handeln würde und nicht um eine permanente.

Von Kosten und Aufwand her unterschieden sich beide Varianten nicht. „Ob nur bei Bedarf oder dauerhaft: eine Haltestelle müsste den rechtlichen Vorgaben, unter anderem für Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit, entsprechen. Der größte Aufwand würde durch die Einpassung in den Straßenbestand entstehen. Auf eine Einhausung könnte indes verzichtet werden.“ Und selbst an einen Stopp auf dem weitläufigen Gelände zwischen Borstel und der Kernstadt glaubt Fischbach, wie schon erwähnt, nicht. Rechtliche und bauliche Vorgaben hätten dann auch dort ihren Preis.

VON MARCO HERTZFELD  

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