Domizil der Existenzgründer

Technologiepark Stendal will nachrüsten

Der Technologiepark in Stendal umfasst zwei ehemals militärisch genutzte Speicher.
+
Die Speichergebäude mit militärischer Vergangenheit stechen im Stendaler Straßenbild hervor. Der Technologiepark umfasst im Wesentlichen diese beiden Häuser.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
    schließen

Die einstigen Speicher an der Arneburger Straße in Stendal sind das Domizil des Existenzgründerzentrums BIC. Der Technologiepark, ein Eigenbetrieb der Stadt, investiert weiter in die Häuser.

Stendal – Groß und breit steht beides getrennt auf einem der beiden Häuser, um was es sich handelt. Und doch setzt so mancher den Technologiepark Altmark, einen Eigenbetrieb der Stadt, gleich mit dem Innovations- und Gründerzentrum BIC. Dabei ist Letztgenanntes allein der Generalmieter. Mitte der 1990er-Jahre sind ehemals militärisch genutzte Speichergebäude komplett umgebaut worden. „Obwohl der Technologiepark ständig Mittel für die Sanierung sowie die technischen Anlagen bereitstellt und investiert, darf nicht vernachlässigt werden, dass beide Gebäude über 20 Jahre in Betrieb sind“, heißt es im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs für 2022, der dem Stadtrat am 29. November zum Beschluss vorliegt. 145.000 Euro sollen an der Arneburger Straße investiert werden. Auf dem Zettel der Arbeiter stehen nicht zuletzt eine erweiterte elektronische Schließanlage und besseres Breitband.

Corona hinterlässt noch keine Spuren

Der Technologiepark Altmark besitzt besagte zwei Immobilien. Durch die Vermietung erzielt der städtische Eigenbetrieb Erlöse. Ein Wirtschaftsprüfer hat die Unterlagen für 2020 obligatorisch unter die Lupe genommen und attestiert eine saubere Arbeit. Auch habe sich die 2021 fortgesetzte Pandemie nicht negativ auf den Eigenbetrieb ausgewirkt, jedenfalls sei etwas anderes aktuell nicht zu erkennen. „Die Auslastung der Räumlichkeiten ist nach wie vor sehr gut. Mietausfälle sind eher unwahrscheinlich.“ Und ja, der Fortbestand des Technologieparks sei ungefährdet. Die Mieterträge (Umsatzerlöse) liegen für 2020 bei mehr als 200.000 Euro und damit ähnlich hoch wie im Jahr davor. Die Bilanzsumme beläuft sich auf mehr als fünf Millionen Euro, der Jahresgewinn liegt bei knapp 48.000 Euro. Mit dem Jahresabschluss 2020 befasst sich der Stadtrat ebenfalls Ende November.

Die Drehtüren von Haus 1 sollen gegen Flügeltüren ausgetauscht werden. Kostenpunkt: 70.000 Euro.

Die markanten Glasdrehtüren von Haus 1 bleiben, zumindest vorerst. Regelmäßig lösen sich dort Fußbodenfliesen und brechen. Der komplette Aufbau müsste erneuert und die Türen dafür herausgenommen, transportiert und zwischengelagert werden. Dies wäre mit sehr hohen Kosten verbunden, laute das Urteil von Fachleuten. Der Eigenbetrieb, der ohne eigenes Personal auskommt und von Stadtmitarbeitern betreut ist, setzt auf Flügeltüren. Darüber hinaus sollen Fluchtwege optimiert werden. Weil die Maßnahme aus gegenwärtiger Sicht nicht zwingend nächstes Jahr notwendig sei, solle sie nach hinten verschoben werden. Im Investitionsplan ist sie mit 70.000 Euro für das Jahr 2024 vorgesehen. Schon für 2021 geplante Arbeiten am noch unbefestigten Teil des Parkplatzes vor Haus 1 fallen größer aus, wann dort was gemacht wird, ist noch unklar.

Generalmieter und Firmen lasten aus

Im September 2020 hatte der Betriebsausschuss auf Vorschlag der Betriebsleitung zwei Dinge beschlossen: Beide Häuser erhalten elektronische Schließanlagen. Zwei Ladesäulen für Elektroautos sind aufzustellen. Beide Investitionen sind dieses Jahr realisiert worden (die AZ berichtete). Weil das erste Vorhaben recht komplex und mit zusätzlichen Leitungsarbeiten (Anbindung an Funk-Access-Points) verbunden sei, werde die Funksteuerung der Schließanlage, eine Zusatzoption, erst 2022 realisiert. Und: Im Zuge dieser Maßnahme sollen auch Voraussetzungen geschaffen werden, „damit die gebäudeinterne Verkabelung gigabitfähige Internetanschlüsse ermöglicht“. Schnelles Internet scheint demnach momentan nicht unbedingt garantiert. Dabei sollen Generalmieter BIC und die Unternehmen dort doch gerade eines bewirken: Innovation.

Zum besseren Verständnis kurz zum BIC Altmark: Das Gründerzentrum ist 1992 aus der Taufe gehoben worden, Gesellschafter sind nicht zuletzt der Landkreis und die Hansestadt Stendal. Seit 1994 hat es seinen Sitz im Technologiepark. Das BIC unterstützt nach eigenem Bekunden innovative Unternehmensgründungen sowie bestehende kleine und mittelständische Unternehmen. Über das Gebäudemanagement stehen Büros, Werkstätten und Konferenzräume zur Verfügung. Etwa 30 Firmen sollen die Räumlichkeiten derzeit nutzen. Auch geht es dem BIC um Netzwerke und Kooperationen in verschiedensten Themenfeldern. Es versteht sich als regionale Wirtschaftsförderungseinrichtung. Wer es nicht weiß: Der Landkreis Stendal gehört zu den wirtschaftlich schwächeren Landkreisen in der Republik.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare