Stendaler Flugplatzchef hofft auf Rettungshubschrauber

Helikopter-Station soll kein Luftschloss sein

Ein Hubschrauber des ADAC steht auf dem Flugplatz in Stendal-Borstel.
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Aufgenommen vom Tower: Ein Hubschrauber des ADAC ist auf dem Flugplatz Stendal-Borstel gelandet. Die Johanniter könnten auf dem Gelände in absehbarer Zeit eine Station für Rettungshubschrauber betreiben.
  • Marco Hertzfeld
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Eine Station für Rettungshubschrauber könnte den Flugplatz in Borstel bereichern. Stendals Flugplatzchef will nun erste positive Signale für ein solches Projekt erkennen.

Stendal – Stendals Flugplatzchef Matthias Jahn baut in Gedanken bereits an der Station für Rettungshubschrauber, auch wenn das letztendlich andere erledigen müssten. „Wir stehen bereit, das Gelände passt wie die Faust aufs Auge“, ist der 58-Jährige im Gespräch mit der AZ schnell Feuer und Flamme. Mit einer solchen Station würde der Flugplatz Borstel noch einmal an Bedeutung gewinnen. „Entstehen könnte ein Objekt in der Größe einer kleinen Feuerwache mit Hangar und allem Drum und Dran.“ Eine Millioneninvestition, über die „vermutlich noch nicht in diesem Jahr entschieden wird“. Wann in etwa, darüber will Jahn nicht spekulieren. Und zeigt sich grundsätzlich optimistisch. „Es gibt positive Signale.“

Er wisse die Gesellschafter in den Zukunftsplänen hinter sich. Landkreis, Stadt Stendal und Aero-Club halten die Anteile. „Zudem war das Innenministerium schon da, hat den Platz begutachtet und ihn für geeignet erachtet.“ Und natürlich: Die Johanniter müssten eine solche Station tatsächlich in der Region haben wollen und dann auch noch Stendal befürworten. Jahn glaubt, dass sich genau das bereits abzeichnet. „Wie so oft im Leben klemmt es bei den Finanzen.“ Die Johanniter könnten die Hubschrauberstation betreiben. Wer das Bauprojekt finanzieren soll, darin beseht für Jahn der Knackpunkt. Anfragen der AZ bei Ministerium und Johannitern mit der Bitte um eine Einschätzung laufen.

Wenn es um die Luftrettung geht, sind momentan vor allem die Station im annähernd 60 Kilometer entfernten Magdeburg und Christoph 36 gefragt. Der Hubschrauber wird vor allem zu internistischen und chirurgischen Notfällen angefordert. Eine Station in Stendal würde einiges zukunftssicherer machen, ist Jahn überzeugt. Zumal eine fertige Altmark-Autobahn das Unfallgeschehen verändern dürfte „Es muss sich nicht unbedingt die Zahl der Unfälle sprunghaft erhöhen, es geht mehr um die Art der Verletzungen und die Qualität der Einsätze.“ Auch stelle das Aus des Havelberger Krankenhauses den Landkreis Stendal nun einmal vor gewisse Herausforderungen. „Und letztendlich geht es auch um das Einhalten von Einsatzzeiten und -fristen.“

Die Johanniter verfügen in Stendal über das große Krankenhaus an der Wendstraße und den Landepunkt auf einem Klinikgebäude. Eine Station für Rettungshubschrauber ergebe schon räumlich keinen Sinn. Ein früherer Platz am Boden am Nordwall sei bereits für das einfache Starten und Landen nicht oder nicht mehr sonderlich gut geeignet. Kurzum: Jahn sieht eine Station im Idealfall auf dem Flugplatz. Ein Projekt habe dort ausreichend Platz, der Helikopter könnte ohne viel Unruhe aufsteigen und landen, die Altmark und mehr bedienen. Der Flugplatz in der Stendaler Ortschaft Borstel hat vor allem eine militärische Vergangenheit, nach der politischen Wende in der DDR kam die zivile Flugfahrt zum Zuge.

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