Salus eröffnet Klinikschule / Zwölf Zimmer / Lehrer aus Tangerhütte und Stendal

„Erfolgserlebnisse sind für Kinder wichtig“

Drei Jahre nach der Grundsteinlegung der Chefärztinnen Dr. Beate Schell (l.) und Dr. Ute Ebersbach wird die Klinikschule eröffnet.
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Drei Jahre nach der Grundsteinlegung der Chefärztinnen Dr. Beate Schell (l.) und Dr. Ute Ebersbach wird die Klinikschule eröffnet.

mei Uchtspringe. Die 2,4 Millionen teure Klinikschule in der Salus-Klinik wird nach anderthalbjährigen Umbau- und Sanierungsarbeiten am 1. Juni in Uchtspringe neu eröffnet.

In Haus 48 werden dann die schulpflichtigen Patienten der Kliniken für Kinder– und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie unterrichtet. Der Unterricht erfolgt im Rahmen der Therapie in Kleingruppen oder einzeln durch Lehrkräfte des Landesbildungszentrums Tangerhütte (LBZ) und des Stendaler Rudolf-Hildebrand-Gymnasiums.

Die zwölf Klassenzimmer und Fachkabinette, etwa für Physik, Chemie, Musik und Kunst können Interessierte beim Tag der offenen Tür am 1. Juni von 14 bis 17 Uhr besichtigen. Begonnen wurde der Umbau des denkmalgeschützte Gebäudes im Dezember 2016, das sich in Nachbarschaft des im Herbst 2016 in Betrieb genommenen Neubaus Kliniken für Kinder– und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie befindet. Die Klinikschule verfügt über drei Geschosse, die eine Nutzfläche von insgesamt 1 600 Quadratmetern aufweisen. Es gibt dort auch ein Computerkabinett und eine Therapieküche. Außerdem stehen Räume für Sozialpädagogik, Logopädie und für den Unterricht gehörloser Patienten zur Verfügung. Zur modernen technischen Ausstattung des barrierefrei zugänglichen Hauses gehören unter anderem WLAN, eine elektronische Schließanlage sowie eine Beleuchtungssteuerung in Abhängigkeit vom Tageslichteinfall. Die Schulhofgestaltung folgt ähnlichen Linien und Elementen, wie sie schon bei den Außenanlagen am Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie eingesetzt wurden. Die Fassade und die Holzfenster wurden unter Prämissen des Denkmalschutzes saniert.

Das Gesamtvorhaben mit seinen zwei Bauabschnitten ist nun abgeschlossen. Das Investitionsvolumen beläuft sich insgesamt auf 22,8 Millionen Euro. Es wurde finanziert aus Benutzerbeiträgen, die bei Krankenhausaufenthalten zu entrichten sind. Bauherr war das Salus-Fachklinikum Uchtspringe. Die Projektsteuerung oblag dem Bereich Immobilienmanagement und Bau der Salus gGmbH. Als Generalplaner agierte ein Berliner Architekturbüro.

Die Uchtspringer Klinikschule ist ein Außenstandort des LBZ Tangerhütte. Hier werden Kinder und Jugendliche unterrichtet, die aufgrund einer psychischen oder psychosomatischen Störung beziehungsweise Erkrankung im Fachklinikum behandelt werden. Es gibt neun Lerngruppen, in die sie je nach Erkrankungsverlauf, Belastbarkeit und individuellem Leistungsstand schulform- und jahrgangsübergreifend integriert werden. Bei Bedarf ist auch Einzelunterricht in der Schule oder auf den Stationen möglich. Der Unterricht erfolgt derzeit durch elf Lehrer des Landesbildungszentrums Tangerhütte und des Rudolf-Hildebrand-Gymnasiums Stendal. Die Lehrkräfte sind tageweise in Uchtspringe tätig.

„Bei fast allen Patienten haben sich in Wechselbeziehung zu gesundheitlichen, familiären und sozialen Problemen auch massive Schulschwierigkeiten, Schulängste bis hin zur Schulvermeidung entwickelt“, erklärt Dr. Ute Ebersbach, Chefärztin der Klinik II. „Zunehmend leiden bereits Kinder im Grundschulalter unter Ängsten und Aversionen, die zu passiver Abwesenheit im Unterricht oder aktiver Verweigerung geführt haben“, ergänzt Dr. Beate Schell, Chefärztin der Klinik I.

„Anfangs ist es oft schwer, den Frust, die Aggressivität und sogar Abscheu der Patienten gegenüber allem, was mit Schule zu tun hat, abzubauen“, weiß Manuela Seeger, die den Krankenhausunterricht koordiniert. „Wir müssen sie dort abholen, wo sie stehen, um Vertrauen werben, ermutigen. Erfolgserlebnisse sind für diese Kinder und Jugendliche besonders wichtig.“

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