Kommunalpolitiker sehen „heiße Phase“ ab Mitte April

Erdstromkabel statt Großmasten: Kreistag setzt bei Trassen-Abkehr auf Bundesplan

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Die Großmasten sollen so oder ähnlich aussehen.

Stendal – „Wir kommen nicht zu spät“, ist Dr. Helga Paschke (Linke) überzeugt. Eine Stellungnahme zum Netzentwicklungsplan (NEP) abzugeben, damit hat der Kreistag den Landrat einstimmig beauftragt.

Anlass ist der geplante Bau einer 380-Kilovolt-Stromtrasse durch den Landkreis Stendal, was auf wachsenden Widerstand stößt.

Kritiker des Großprojektes innerhalb und außerhalb der kommunalen Volksvertretung fordern Erdkabel und lehnen die Überlandleitung ab. „Es geht in der Region um Alarmstufe Rot“, meint die Vorsitzende der Fraktion aus Linken und Bündnisgrünen, die den Antrag eingereicht hatte.

Dass die Leitung oberirdisch verlaufen müsse, sei keineswegs in Stein gemeißelt. Der NEP werde alle zwei Jahre überarbeitet und aktualisiert und bilde eine Grundlage für den Bundesbedarfsplan, der mindestens alle vier Jahre auf dem Prüfstand komme, erläuterte die Linke im Plenum. Ab Mitte April könnten Kommunen, Verbände und Privatpersonen vier Wochen lang ihre Stellungnahmen einreichen. In dem Monat beginne die „heiße Phase“. Dr. Paschke: „Darum müssen wir kämpfen.“ Das Papier aus dem Landkreis Stendal soll zuvor in den Fachausschüssen vorgestellt und beraten werden.

Der Netzbetreiber „50 Hertz“ will im Auftrag des Bundes bis zu 65 Meter hohe Masten errichten. Sie wären damit gut doppelt so groß wie die alten Träger. Kritiker befürchten insbesondere eine Gesundheitsgefährdung der Anwohner und sehen eine Verschandelung der Landschaft.

Allein auf den fast 50 Kilometern zwischen dem Umspannwerk Stendal West und der Landesgrenze nach Brandenburg sollen mehr als 100 dieser Großmasten neu gesetzt werden. Wie Vize-Landrat Dr. Denis Gruber (SPD) im Kreistag sagte, habe der Netzbetreiber bereits um einen weiteren Gesprächstermin in Stendal gebeten. tz

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