Erdogdu will vor Gericht ziehen

Stendal-Süd: Raks-Vertreter spricht von „Betrugsmanöver“ und kündigt Klage an

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Die neuen Eigentümer der vier Süd-Blöcke wollen die Platten sanieren und sozial verträglichen Wohnraum schaffen.
  • Ulrike Meineke
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Stendal / Istanbul. Muharrem Erdogdu, Vertreter der Raks AG, führt schwere Geschütze in Sachen Stendal-Süd auf: Er wirft den Käufern der vier Plattenbauten „taktische Betrugsmanöver“ und „Maklerbetrug“ vor.

Lediglich 1,025 Millionen Euro bezahle die bayerische Firma für die 434 Wohnungen, und das Maklerhonorar über 51 250 Euro würden die beiden Geschäftsführer nicht erstatten wollen, obwohl er als Vermittler aufgetreten sei. Wie berichtet, sind die Blöcke am 18. Mai vor dem Stendaler Amtsgericht zwangsversteigert worden. Am 1. Juni wurde für 1,025 Millionen Euro, das sind 50 Prozent des Verkehrswertes, der Zuschlag erteilt.

Die Raks AG sieht sich nach wie vor als rechtlicher Eigentümer der vier Blöcke. Das sei sie seit 2012 und stünde nur wegen diverser „Nachlässigkeiten und Unzulänglichkeiten“ nicht im Grundbuch.

Erdogdu kündigte gestern an, vor Gericht zu ziehen. Insbesondere auch, weil die bayerische Firma das „Honorar für die Nachweistätigkeit der Firma E1 Uluslararasi Gayrimenkul Yatirim Hizmetleri A.S.“ nicht bezahlen wolle.

Die Käufer der Blöcke halten die Ansprüche der Raks AG für unberechtigt, da der Erwerb aus einer Zwangsversteigerung stattgefunden habe, ließen sie Erdogdu wissen. Der wiederum ist überzeugt davon, „den Herren provisionspflichtig die Liegenschaft angeboten“ zu haben.

Erdogdu, der sich als „erfolgreicher Jungunternehmer“ sieht, will nun Beschwerde gegen den Zuschlag vom 1. Juni einreichen. Auch eine Schadensersatzklage gegen das Amtsgericht Stendal wegen unzulässiger Zwangsversteigerung sei in Arbeit.

Von Ulrike Meineke

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