Stendalerin soll das Auto der Lebensgefährtin ihres Ex angesteckt haben / Urteil wird heute erwartet

Entscheidung im „Polen-Böller“-Prozess

mih Stendal. Weil sie im Juni 2012 das Auto der Lebensgefährtin ihres Ex in Brand gesetzt haben soll, steht die Angeklagte W. vor dem Stendaler Landgericht. „Brandstiftung in Tateinheit mit dem Herbeiführen einer Sprengstoff-Explosion“ heißt der Vorwurf im Amtsdeutsch.

Einen sogenannten „Polen-Böller“ soll W. laut der Vorsitzenden Richterin Gudrun Gießelmann-Goetze in den Kühlergrill des Fiat gesteckt haben.

Aus dem Gericht

Sie soll weiterhin Brandbeschleuniger in den Motorraum geschüttet und anschließend den Böller entzündet haben. Der Sachschaden beträgt stolze 13 000 Euro. Nachdem gestern in einem weiteren Verhandlungstermin noch Zeugen gehört wurden, ist heute mit einer Verurteilung zu rechnen, informiert der Sprecher des Landgerichts, Dr. Michael Steenbuck.

Der Verteidigerin Gerda Kaprou ging es in dem Berufungsverfahren um eine Reduzierung des Strafmaßes. Das Amtsgericht Stendal hatte W. am 29. Januar 2014 in erster Instanz zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt, ohne Bewährung. W. ist nicht vorbestraft.

Das Gesetz werte Brandstiftung und das Herbeiführen einer Explosion nicht mehr als Vergehen, sondern als Verbrechen. Auf diese stünden dementsprechend Mindeststrafen von jeweils einem Jahr, so Steenbuck gegenüber der AZ.

Gießelmann-Goetze war bereits in der Auftakt-Verhandlung skeptisch gegenüber den Erläuterungen der Beklagten. „Ihre Aussage überzeugt mich nicht“, so die Vorsitzende.

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