Professor appelliert an Eltern, ihre Mitwirkungsmöglichkeiten zu nutzen

„Engagieren Sie sich“

+
Professor Thomas Kliche (r.) sprach vor Elternvertretern aus dem Landkreis Stendal von der Bedeutung der Teilhabe der Eltern. Kindertagesstätten müssten als Orte der Bildung begriffen werden, appellierte er. Da können Eltern Ideen einbringen.

xp Stendal. Das Kind kommt in den Kindergarten. Für viele Eltern stellt sich die Frage, ob sie sich für das Wohl der Kinder in irgendeiner Form engagieren können.

Ist ein Elternkuratorium gegründet, geht die Arbeit so richtig los: Satzungen, Rechte und Pflichten müssen studiert werden. Das frisst Zeit und wirft viele Fragen auf, wenn man nicht gerade juristisches oder pädagogisches Wissen hat. Jetzt haben sich Elternvertreter aus dem Landkreis Stendal zu einem Infoabend auf dem Campus der Hochschule Stendal getroffen.

Mehr als 50 Eltern informierten sich über Rechte, Pflichten und Strukturen der Elternvertretungen für Kitas. 

Hochschul-Professor Thomas Kliche wies auf strukturelle Schwierigkeiten hin: „Die Elternvertreter reden noch relativ wenig miteinander. Sie sind mit strukturellen Fragen und Organisation beschäftigt und werden oft nicht gut von den Kreisen und Gemeinde unterstützt. Und sie brauchen Erfahrungsaustausch.“ Diesen Austausch hatten bei dem Treffen mehr als 50 Elternvertreter. Sie analysierten auch, in welchen Gremien eine politische Einflussnahme möglich ist und wie diese aussehen könnte.

Deutlich wurde, dass ein Problem darin begründet liegt, dass Eltern meist nur so lange in einem Gremium aktiv sind, wie ihre Kinder eine Kita, einen Hort oder die Schule besuchen. Kliche: „Der Gesetzgeber hat dem Land mit dem Kinderförderungsgesetz weitestgehende demokratische Rechte für Eltern in Kitas gegeben.“ Diese müssten die Eltern allerdings auch nutzen und sich engagieren. Denn „die Kita ist nicht nur ein Ort, an dem man sein Kind abgibt und es halbwegs satt am Nachmittag zurückbekommt“. Die Kindertagesstätten seien vielmehr Orte der Bildung, in denen sehr viel für die Persönlichkeitsentwicklung passiere. Und da hätten die Eltern die Möglichkeit mitzuwirken – eben nicht nur hinsichtlich der Öffnungszeiten und Urlaubsfrage, sondern auch beispielsweise bei pädagogischen Ansätzen. „Gehen Sie auf die Erzieher zu und fragen Sie nach“, appellierte Kliche.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare