Mit Energie Arbeit schaffen

Andreas Fedorczuk, Leiter Region Süd. Fotos (3): Kuhn

Stendal. Die Energiewende macht auch vor regionalen Energieversorgern nicht Halt. Auch Eon-Avacon muss umdenken. Fordern die regenerativen Energien durch die dezentrale Lage den Umbau des Versorgungsnetzes, steht auf der anderen Seite auch das Image von Energievorsorgern am öffentlichen Pranger. Gestern gingen Andreas Görig, Leiter Standort Stendal, Andreas Fedorczuk, Leiter Region Süd, Manfred Peters, Leiter Projektmanagement, und Klaus Schmekies, Referent Kommunalmanagement, in Stendal in die Offensive, legten während eines Pressegesprächs dar, welche Summen der Energieversorger jährlich nicht nur im nördlichen Sachsen-Anhalt ins Netz investiere und wie die Region davon profitiere.

„Unternehmerisches Wirken lässt sich exakt belegen“, so der Titel einer Studie, die das Pestel Institut Hannover im Auftrag der Eon-Avacon anfertigte und deren Ergebnisse Fedorczuk gestern vorstellte. Rund 67,4 Prozent der Ausgaben des Energieversorgers fließen somit in den regionalen Wirtschaftskreislauf. Für 2009 waren dies 100,9 Millionen Euro, die nach Sachsen-Anhalt geflossen seien, so die Studie. 16,4 Millionen Euro wurden an Konzessionsabgaben gezahlt, die Kommunen erhielten 6,6 Millionen Euro an Gewerbesteuer. Für den Standort Stendal belaufe sich die Summe der Ausgaben auf 14,4 Millionen Euro für Aufträge an regionale Firmen, Löhne, Gehälter, Steuern und Abgaben. Dieses Geld führe zu einer weiteren Wertschöpfung vor Ort in Höhe von 13,6 Millionen Euro, erläuterte Fedorczuk. Oder anders ausgedrückt: Ein Arbeitsplatz beim Energieversorger in Stendal führt zu oder sichert drei weitere Arbeitsplätzen in der Region, so das Studienergebnis. Und am Standort Stendal sind 96 Mitarbeiter beschäftigt, was bedeutet, dass an diesen 390 Arbeitsplätzen hängen würden. Und ebenfalls nicht zu vergessen sei, so der Leiter Region Süd, dass der Energieversorger überall dort, wo er Anlagen betreibe, auch Gewerbesteuer an die Kommunen abführe: „Wir sind nicht der Großkonzern aus Düsseldorf.“

Auch zukünftig könne sich die Region auf den Versorger verlassen. Rund 100 Millionen Euro investiert dieser jährlich in sein Versorgungsnetz. Dieses umfasst im Netzgebiet Standort Stendal beim Strom 2 703 Kilometer Niederspannungsleitung und 2 004 Kilometer Mittelspannungsleitung sowie beim Gasnetz 1 476 Kilometer. Knapp acht Millionen Euro wurden 2010 ins Netzgebiet des nördlichen Sachsen-Anhalts gesteckt. Eine besondere Herausforderung stellen die erneuerbaren Energien, wie Windkraft, Photovoltaik oder Biomasse, fürs Versorgungsnetz dar. Im Schnitt werden in Sachsen-Anhalt täglich 500 Megawatt an Strom verbraucht. Dem gegenüber stehen zum Beispiel 2 000 Megawatt Leistung von Windkraftanlagen, was zwei Großkraftwerken entspreche. Somit produziert Sachsen-Anhalt theoretisch dreimal mehr Strom aus Windenergie, als es selbst verbraucht. Insbesondere die Altmark habe sich zum Stromerzeuger gewandelt. Und dieser Strom müsse, aufgrund fehlender Speichermöglichkeiten, zu den Verbrauchern Richtung Süden geleitet werden.

Von Matthias Kuhn

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