Entlastungszeugen belasten Katja B.

„Emily hatte immer diese Augenränder“

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Emilys Stiefmutter vor Gericht.

Stendal / Bismark. Verteidigerin Marleen Schmidt hatte per Beweisantrag mehrere Entlastungszeugen für ihre Mandantin Katja B. an das Landgericht laden lassen. Doch zumindest bei einem Zeugen ging dieser Schuss nach hinten los.

Die 20-jährige Katja B. ist angeklagt, im Februar dieses Jahres ihre anderthalbjährige Stieftochter Emily zu Tode geschüttelt zu haben. Wird sie nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt, drohen ihr mindestens drei Jahre Gefängnis.

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Der 54-jährige G. konnte auf Nachfragen des Vorsitzenden Richters Ulrich Galler Angaben dazu machen, wie Katja B. mit Emily umgegangen sein soll. „Wenn Emily mal was falsch gemacht hat, ist Katja sehr laut geworden und hat sie angeschrien.“ Auch hätte Emily von ihrer Stiefmutter öfters „was auf die Finger bekommen“. G. bestätigte, wie bereits andere Zeugen vor ihm, dass das Kleinkind viel Zeit in seinem Hochstuhl verbracht haben soll. „Ich hab sie in der ganzen Zeit, in der die Familie in Bismark wohnte, nur ein einziges Mal herumlaufen sehen“, so der 54-Jährige, „sonst saß sie immer in ihrem Hochstuhl“. Weiterhin gab der Zeuge an, den Eindruck gehabt zu haben, dass die kleine Emily öfter aus dem Stuhl herausgewollt hätte.

Auch die erst elfjährige Halbschwester von Katja B. wurde auf den Antrag von Verteidigerin Schmidt geladen. In ihrer Vernehmung gab die Schülerin an, oft mit Emily gespielt zu haben. „Emily hat sich Bauklötze an den Kopf gehauen, diese Holzdinger“, gab sie an. Blaue Flecken habe sie in Emilys Gesicht wahrgenommen. Darüber hinaus sei ihr nur aufgefallen, dass das Mädchen „immer diese Augenränder hatte und oft verweint aussah“.

Der Prozess gegen Katja B. wird am Mittwoch, 2. September, am Stendaler Landgericht fortgesetzt. Die 20-Jährige hat in der Haft ein eigenes Kind zur Welt gebracht, dass nach ihren Angaben bei ihrer Mutter lebt. Auf Nachfrage von Richter Galler bestätigte Katja B., dass sie momentan das alleinige Sorgerecht für ihren Sohn habe.

Von Mike Höpfner

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