Hansestadt betont, sie richte sich nach gängigen wissenschaftlichen Erkenntnissen

Eltern in Stendal schreiben offenen Brief zur Maskenpflicht

Michael Jüstel sieht noch Klärungsbedarf.
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Michael Jüstel sieht noch Klärungsbedarf.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Stendal – Michael Jüstel will wissen, wer die Haftung übernimmt, wenn Kinder wegen des Tragens einer Mund-Nasen-Bedeckung gesundheitliche Probleme bekommen.

Um die Frage zu klären hat er sowohl an Landrat und Oberbürgermeister als auch die Schulen, die seine Kinder besuchen, einen offenen Brief verfasst – und gleich eine Haftungserklärung mit angehängt.

Ihm und seiner Lebensgefährtin stehe als „verantwortungsbewussten Eltern“ kein anderer Weg mehr offen. Als Eltern haben sie die Pflicht für die Unversehrtheit ihrer Kinder einzustehen. Mit den jüngsten Verordnungen könnten sie sich dieser jedoch nicht mehr sicher sein, da das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung für Kinder ein „erhebliches Gesundheitsrisiko“ darstelle.

Der wegen der Maske, so seine These, entstehende Sauerstoffmangel führe zu Unkonzentriertheit, Schwindel, Kollaps und im schlimmsten Fall sogar zum Tod. Deshalb forderten die Eltern die Schulleitung und jeden einzelnen Lehrer dazu auf, die Haftungserklärung zu unterzeichnen, um das „Vertrauen in die staatlichen Institutionen“ wiederherzustellen. Wer nicht unterzeichne offenbare damit Zweifel an den Verordnungen oder entziehe sich seiner Verantwortung. In jedem Fall verliere er jedoch in beiden Fällen die Weisungshoheit über ihre Kinder.

„Wir sind nur der Träger des Gebäudes“, erklärt Stadtsprecher Philipp Krüger auf AZ-Anfrage zu dem offenen Brief – damit seien die Stadt und der Oberbürgermeister der falsche Ansprechpartner. „Alle sind verunsichert“, räumt Krüger ein. Jedoch sei aktuell nicht die Zeit, um über weitere Lockerungen nachzudenken: Die Infektionszahlen gingen wieder nach oben.

Eine direkte Stellungnahme zum Inhalt des Schreibens lehnte die Stadt jedoch ab: „Die Hansestadt Stendal richtet sich in ihrem Handeln in der Coronapandemie nach den gängigen wissenschaftlichen Erkenntnissen und der tatsächlichen Lage hier vor Ort. Von einer konkreten Stellungnahme zu diesem Schreiben sehen wir wegen fehlender Zuständigkeit ab“, heißt konkret in der schriftlichen Antwort aus der Verwaltung.

Die Private Sekundarschule bestätigte den Eingang des Briefes, sah jedoch von einer Stellungnahme ab. Das Hildebrandgymnasium verwies wegen fehlender Zuständigkeit auf das Bildungsministerium.

Die Pressestelle des Landkreises gab an, dass der Brief den Landrat noch nicht erreicht habe, weshalb eine Stellungnahme nicht möglich sei.

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