Freifunk-Initiative auf der Suche nach weiteren Unterstützern / Bislang 150 Router in der Altmark

„Das ist das einzige Freibad in der Altmark, das Freifunk hat“

+
Christian Glomm kämpft seit fast zehn Jahren ums freie Internet. Router gibt es auch im Hosentaschenformat. Im Werbener Schwimmbad sind vier Knoten am Netz.

Werben. Freifunk im Freibad – ein Novum in der Region, wie Initiator Christian Glomm sagt. Und es ist das Ergebnis einer länderübergreifenden Initiative, weil die Mitstreiter des Goldbeckers mit Kollegen des vor drei Jahren in Niedersachsen gegründeten Vereins „Freifunk Uelzen“ an einem Internetstrang ziehen.

„Das ist das einzige Schwimmbad in der Altmark, das Freifunk hat“, erklärt Glomm beim offiziellen Präsentationstermin am Freitagmorgen vor chlorblauer Kulisse im Reich von Schwimmmeister Klaus Gehrke.

Der Herr über die öffentliche Planschzone habe seit Installation der vier Router für den Werbener Freibad-Freifunk bereits einige Familien begrüßt, die den Service ins weltweite Netz mit Freude in Anspruch genommen hätten. Da hätten die Eltern am Laptop auf der Liegewiese gearbeitet, während sich deren Kinder im Werbener Bassin austobten, berichtet Gehrke der AZ.

„Alle Geräte wurden gesponsert und der Internetanschluss wird von der Verbandsgemeinde unterstützt“, erläutert Glomm, der vielen als Vize-Chef des Regionalverbands Altmark der Piratenpartei bekannt ist. Der 36-Jährige kandidiert derzeit für den Bürgermeisterposten seines Heimatorts, womit sein Engagement für Freifunk in der weltkleinsten Hansestadt aber nichts zu tun habe, wie Glomm betont. Vielmehr solle das seinen Angaben zufolge spendenfinanzierte und ehrenamtlich betreute Internetangebot in Werben „Werbung für den Freifunk“ machen. Seit 2008 befasse er sich mit dem Thema.

Derzeit verfüge das Freifunk-Netz altmarkweit über 150 Router. 60 dieser Knotenpunkte befinden sich auf Goldbecker Gebiet. „Das hat auch mit den Geflüchteten zu tun“, verweist der Freifunk-Fan auf entsprechende Aktivitäten der in Goldbeck lebenden Asylbewerber aus Afghanistan und Syrien. Einen weiteren Router-standort habe das Freifunk-netz in Iden, wovon die Grundschule profitiere. „Wir wollen dafür werben, dass uns mehr Leute technisch und finanziell unterstützen“, sagt Glomm. Der für IT in der Verbandsgemeinde zuständige Mitarbeiter Markus Sommer fügt hinzu: „Wir haben momentan noch das Problem, dass eine flächendeckende DSL-Verbindung fehlt.“ Denn Freifunk lebt maßgeblich vom bereits existierenden Internet, schwimmt sozusagen in dessen Strom mit. Mit dem Uelzener Freifunkern habe das Netz über rund 1100 Knoten. Die Telekom habe in Magdeburg etwa 100 Hot-Spots, während das Freifunk-Netz allein in Goldbeck über 60 Router verfüge, wie Glomm vergleicht. „Das ist eine gute Sache auch für Camper, Gäste und Radtouristen.“

Von Antje Mahrhold

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare