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Inflation: Einzelhändler in Rolandstadt zeigen sich verhalten optimistisch

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Von: Tobias Henke

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Christa Schulze arbeitet bei annika Schuh in der Stendaler Innenstadt
Christa Schulze beobachtet ein verändertes Kaufverhalten bei den Kunden des Schuhgeschäftes. Diese kaufen inzwischen gezielter ein. © Henke, Tobias

Die Sorge vor Inflation und steigenden Energiepreise betrifft jeden. Sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen im gleichen Maße. Die AZ hat sich bei einigen Händlern in der Breiten Straße umgehört, wie sie ihre eigene Situation einschätzen und ob sie glauben, dass die aktuelle schwierige Lage Einfluss auf das Verhalten ihrer Kunden hat. Die Einschätzung fällt durchaus unterschiedlich aus.


Die Leute halten ihr Geld zusammen“, beobachtet Christa Schulze, sie arbeitet bei Annika Schuh. Es werde sehr gezielt gekauft. „Zum Beispiel jetzt, wenn wir gerade den Preis der Ware reduziert haben.“ Auf die Umsätze im Sommer hätten sich Inflation und Energiepreise noch nicht spürbar ausgewirkt. Was im Herbst und Winter passiere, müsse abgewartet werden, auch mit Blick auf die Tatsache, dass der Verkauf von Winterschuhen ja noch gar nicht angefangen habe. Die Inflation sei aber auch in ihrer Branche inzwischen schon deutlich zu spüren. „Auch Schuhe werden deshalb teurer.“

Etwas anders schätzt Margit Bolz die Lage ein. Die Inhaberin des gleichnamigen Juweliergeschäftes in der Breiten Straße ist sich aber bewusst, dass ihre Kundschaft in der Regel über den etwas dickeren Geldbeutel verfüge. „Viele unserer Kunden kaufen eher im oberen Preissegment und müssen nicht so auf ihr Geld schauen.“ Deshalb sehe sie in Bezug auf ihr Geschäft weiterhin optimistisch in die Zukunft. Sie hofft, dass die für ihr Geschäft bestehende stabile wirtschaftliche Lage auch in den kommenden Monaten anhält und nicht schlechter wird.

Susanne Malzahn, Inhaberin der Buchhandlung Genz, glaubt, dass sie die Folgen der allgemeinen Preissteigerung in den kommenden Monaten stärker spüren wird als bislang. „Natürlich geben die Leute weniger Geld aus, aber wenn beispielsweise gerade ein neues Buch des eigenen Lieblingsautors veröffentlicht wird, dann werden die Leute sich das kaufen. Gelesen wird immer“, glaubt sie. Malzahn ist zuversichtlich, dass ihre Stammkunden der Buchhandlung auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten treu sein werden und Geld für Bücher ausgeben, wenn diese ihnen gefallen sollten.

Allen Befragten ist aber gemeinsam, dass der Blick in die Zukunft mit Unsicherheiten verbunden ist, da nicht klar ist, wie hoch die Preissteigerungen sind, die in den kommenden Monaten auf Bürger und Unternehmen zukommen. Dies gilt unabhängig von den jeweiligen Branchen. Es bleibt nicht zuletzt abzuwarten, welche Hilfspakete der Staat schnüren wird, um die deutlich höheren Ausgaben für Energie und Heizung im Winder abzufedern. Dies gilt für Bürger und Unternehmen gleichermaßen.

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