Privatmann investiert

Pension am Landeplatz Stendal geplant: Frühere Flugzentrale rüstet für Gäste

Die einstige Flugleitung in Stendal ist eine Baustelle.
+
Die ehemalige Flugleitung in Stendal hat eine Zukunft. Ein Altmärker hat das Objekt gekauft und möchte dort offenkundig eine Pension einrichten. Noch laufen die Bauarbeiten.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
    schließen

Die einstige Flugleitung in Stendal hat einen ganz eigenen Charme. Ein Privatmann will aus dem Objekt nun eine Pension machen. Stendals Flugplatzchef Matthias Jahn ist davon angetan.

Stendal – „Es sah alles ein wenig verwunschen und vergessen aus. Nun wird die alte Flugleitung mehr und mehr aus dem Dornröschenschlaf geholt.“ Matthias Jahn, der Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft, ist von der Entwicklung hörbar angetan. Aus dem von einem Unternehmer aus der Ostaltmark gekauften Objekt soll eine Pension werden. Die Initiative des Privatmannes passt Jahn ins Konzept, schließlich soll es in Borstel insgesamt vorangehen. Das markante Gebäude aus den Anfängen des Stendaler Flugplatzes in den 1930er-Jahren gehört schon länger nicht mehr zum eigentlichen Betriebsbereich.

Schon fast märchenhaft zugewachsen: So hat die frühere Flugleitung in Stendal einmal ausgesehen.

Es liegt keineswegs irgendwo am Rande des Geländes, sondern eher mittendrin. „Für die Zeit der Bauarbeiten dürfen die Arbeiter auf festgelegten Routen dorthin.“ Wenn es um die künftigen Zuwegungen der Pension geht, sieht Jahn „noch eine Hängepartie“. Die Stadt arbeite nun schon länger am Bebauungsplan, der über das gesamte Gebiet gelegt werden soll. „Was noch offen ist, muss nun wirklich zügig geklärt werden“, findet der Flugplatzchef. Und natürlich: Corona und all die Beschränkungen dieser Tage hätten sich auch auf das Pensionsprojekt ausgewirkt, die Arbeiten sollten eigentlich schon abgeschlossen sein.

Zuwegungen noch „Hängepartie“

Die frühere Flugzentrale stand lange Zeit leer und war eingezäunt. „Vandalen hatten dennoch einen Weg gefunden und ihre Spuren hinterlassen.“ Dass der neue Eigentümer ein Bauunternehmer sei, könne nur von Vorteil sein. Dass dieser sich in das Objekt „regelrecht verliebt“ habe, sei ein Glücksfall und doch „irgendwie nahe liegend“, glaubt der 58-jährige Jahn im AZ-Gespräch. Schon davor habe es mindestens einen Interessenten gegeben. Mit dem Zuschlag für die Segelflug-Weltmeisterschaft in Stendal kam neuer Schwung in die Sache. Sanierung oder Abriss? Die Stadt konnte den Komplex verkaufen.

30er-Jahre-Objekt drohte der Abriss

Der Flugplatz hat vor allem eine militärische Vergangenheit. Nach der politischen Wende in Ostdeutschland kam die zivile Flugfahrt zum Zuge. Von der historischen Bausubstanz ist nicht viel geblieben. Überhaupt ist die Zahl der Räumlichkeiten überschaubar, was aber auch nicht ungewöhnlich sein muss. Im Wesentliche sind Tower sowie einige wenige Wirtschaftsgebäude und Hallen zu finden. Das Gelände zwischen Kernstadt und Stendaler Ortschaft Borstel misst insgesamt an die 125 Hektar (175 Fußballfelder), reichlich Fläche und Platz für anderes. Politik und Verwaltung arbeiten an einem Gewerbegebiet (die AZ berichtete).

Projekt Fingerzeig für das Gelände

Eine Pension auf oder neben einem Flugplatz dürfte einigen Menschen vielleicht sonderbar erscheinen. Das sei sie aber letztendlich nicht. In dem markanten und einmal frisch sanierten Gebäude könnten nicht zuletzt die zahlreichen Flugsportler übernachten, die Stendal-Borstel regelmäßig in coronafreien Zeiten anzieht. Jahn wünscht dem neuen Eigentümer des denkmalgeschützten Objektes „nur das Beste“. Der Unternehmer werde sein Projekt sicherlich selbst einmal größer vorstellen wollen. „Gerade befindet man sich mehr oder weniger in den letzten Zügen des Innenausbaus“, weiß der Flugplatzchef.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare