„Jeder kleine Beitrag ist wichtig“

Einsatz für die Bienen: Stendalerin pflanzt Sonnenblumen und Lavendel

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„Wir alle profitieren von der Natur“, sagt Stendalerin Verena-Ramona Volk. Fotos: spöring

Stendal – Mit einer kleinen Schaufel schiebt Verena-Ramona Volk etwas Erde beiseite und verteilt auf der rund ein Quadratmeter großen Fläche vor ihr winzigen Samen und ein paar Blumenzwiebeln.

Die Idee dazu, in ihrer Straße selbst Hand anzulegen, ist der Stendalerin vor einigen Wochen gekommen. Volk hatte damals Besuch von einer Freundin.

„Als wir in die Blumenthalstraße einbogen, sagte sie, wie grau und trist hier alles wäre“, berichtet die 62-Jährige. Das wollte die Stendalerin dann dringend ändern, „zumindest in kleinem Stil“, lächelt sie. Und so besorgte sie Blumenerde, Samen und Lavendel-Pflänzchen und machte sich an die Arbeit. Dass sie ihrer Straße damit etwas mehr Farbe gibt, ist für Volk sinnvolle Nebensache.

Haupt-Motivation ist für die Stendalerin aber eine andere: Das Bienensterben bereitet der gelernten Krankenschwester Sorgen. Denn um sich zu vermehren, brauchen Pflanzen einen Bestäuber, der ihre Pollen verbreitet. Und Bienen wiederum brauchen den Nektar der Pflanze als lebenswichtigen Saft.

Unter allen Bestäubern spielt die Honigbiene die größte ökologische Rolle: Fast 80 Prozent aller Nutz- und Wildpflanzen werden von der Westlichen Honigbiene bestäubt, heißt es in einem Fachmagazin. „Wir brauchen die Natur nicht nur, damit wir es schön grün haben“, sagt Volk. Die Ignoranz einigen Menschen der Umwelt gegenüber sei ihr ein Rätsel. Die 62-Jährige ist davon überzeugt: „Jeder noch so kleine Beitrag für die Umwelt ist wichtig.“ Mit ihrer Pflanz-Aktion möchte Volk anderen Bürgern ein Vorbild sein. „Wir stehen dem Projekt sehr positiv gegenüber“, lässt Philipp Krüger auf AZ-Anfrage aus dem Büro des Oberbürgermeisters wissen. Grundsätzlich bittet er aber darum, Projekte wie diese mit der Verwaltung abzustimmen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt.

Einen eigenen Garten hat Verena-Ramona Volk aufgrund von Platzmangel nicht. Das hindert sie aber nicht daran, ihren grünen Daumen auszuleben – offensichtlich. Im Namen des Umweltschutzes sind weitere Projekte geplant. Im Herbst möchte Volk ein Insekten-Hotel errichten. „Damit die Tiere den Winter überstehen“, begründet sie.

VON CHARLOTTA SPÖRING

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