Verbände aus Stendal und Jerichower Land loten in Genthin Möglichkeiten aus

Einhellig Isegrim im Visier: Kreis-Bauern an einem Tisch

Eine Obergrenze für Wölfe im Land existiert nicht. Über den Umgang mit dem Raubtier diskutieren die Kreisbauernverbände Stendal und Jerichower Land. Foto: dpa
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Eine Obergrenze für Wölfe im Land existiert nicht. Über den Umgang mit dem Raubtier diskutieren die Kreisbauernverbände Stendal und Jerichower Land.

Stendal. Es regt sich Widerstand im Lager des Stendaler Kreisbauernverbandes (KBV). Landwirte sollen zur Kasse gebeten werden, wenn ein Wolf eines ihrer Tiere reißt.

Wenn der Schutz vor Raubtieren nicht gegeben ist, soll, so ein Schreiben des Umweltministeriums, die Betriebsprämie des Tierhalters gekürzt werden. Entschädigungen für Wolfsrisse seitens des Landes? Nur bei entsprechendem Schutz gegen Wolfsübergriffe. 

Für den KBV ein klarer Widerspruch. In den kommenden Wochen wollen die Kreisbauernverbände Stendal und Jerichower Land daher ein Treffen mit seinen Mitgliedern anberaumen, wie KBV-Geschäftsführerin Kerstin Ramminger berichtet.

„Das wird vorerst unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Es geht uns darum, gemeinsame Ziele für den künftigen Umgang mit dem Wolf zu formulieren“, so Ramminger. Das Treffen soll im Juni im ostelbischen Genthin stattfinden. Der Vorstand des Verbandes hatte bereits nach Erhalt des Schreibens angekündigt, dass er sich mit dem Schreiben, welches von Umweltministerin Professorin Dr. Claudia Dalbert unterzeichnete, nicht zufriedengeben wolle. Nach dem ersten Treffen in Genthin ist, so Ramminger, ein weiteres Treffen geplant, auf dem die Ergebnisse bekannt gegeben werden sollen.

„Dieses willentliche Inkaufnehmen zum Schutz des Wolfes finde ich schon beängstigend“, sagte kürzlich auch Constanze Thomsen, Landwirtin und Unternehmerin aus Düsedau. Thomsen denkt hierbei auch längerfristig. „Wir haben seit der Ankunft des Wolfes noch keinen richtig kalten Winter gehabt. Dann könnte der Wolf größere Probleme bei der Nahrungssuche bekommen“, so Thomsen. Und das könne zu mehr Wolfsrissen bei Weidetieren führen.

Geht es nach dem Umweltministerium, so gehören Wölfe „in Bezug auf ihre Größe und ihr räuberisches Potenzial zu den am wenigsten gefährlichen Tieren“. Die Meinung des Kreisbauernverbandes: „Dieses Schriftstück ist eine Frechheit.“ Ein weiterer Austausch mit dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie ist seitens des Verbandes angedacht. Im Vordergrund steht hierbei die Frage: Wie viele Wölfe verträgt unser Land? Der Verband legt hier Zahlen aus Polen und Schweden als Vergleichswerte zugrunde. Laut Ministerium existiert keine Methode zur objektiven Ermittlung einer Zahl von Wölfen, die ein Land verträgt. Dies sei abhängig etwa vom Grad der Aufklärung über den Wolf.

Von Mike Höpfner

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