Foto eines Stendalers erinnert an Umbruchphase / Trösken: Ohne politische Wende Misere unverändert

Einheit 1990 mausgrau: Breite Straße von Zerfall gezeichnet

Ein Teil der Breiten Straße in Stendal nach der realsozialistischen Zeit. Rechts hinten ist die Marienkirche zu sehen, vorn links in Rot-Weiß Tröskens ehemaliger Laden.
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Ein Teil der Breiten Straße in Stendal nach der realsozialistischen Zeit. Rechts hinten ist die Marienkirche zu sehen, vorn links in Rot-Weiß Tröskens ehemaliger Laden.

Stendal – „Ohne die Wende in der DDR sähe es wahrscheinlich noch immer so aus. Allein hätten wir das nicht hinbekommen. “ Davon ist Michael Trösken fest überzeugt und schickt der AZ ein Foto, „eine historisch wichtige Aufnahme“, wie er sagt.

Sie zeigt die Breite Straße in Stendal irgendwann Mitte Oktober 1990, mausgrau und halb verfallen. Die Qualität der Fotografie sei nicht berauschend, aber allemal geeignet, den Zustand der wohl wichtigsten Straße der Altstadt kurz nach der deutschen Wiedervereinigung zu dokumentieren.

30 Jahre deutsche Einheit, für den Unternehmer, Oldtimerfreund und Eisenbahnfan Trösken ist das durchaus ein Grund zum Feiern. „Ich ganz persönlich bin zufrieden, mit Abstrichen. Vom Schulsystem hätte man vielleicht das eine oder andere übernehmen können, da geht mir bei all dem Föderalismus zu viel durcheinander“, meint er. Trösken hat in Osterburg sein Abitur gemacht und lebt seit Mitte der 70er-Jahre in Stendal. Mit Klaus Rehberg eröffnete er am 4. Oktober 1990 an der Breiten Straße einen Laden. (tz)

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