Von Woche zu Woche

Eine 80 Prozent-Chance für Inga

Genau zwei Wochen ist sie jetzt schon spurlos verschwunden, die kleine Inga, die am Abend des 2. Mai zuletzt in Wilhelmshof gesehen wurde.

Den Ermittlern raucht der Kopf angesichts der vielen hundert Hinweise, die Tag für Tag eingehen. Sie arbeiten fieberhaft daran, jeden Hinweis akribisch zu überprüfen und hoffen, schnell eine zielführende Spur zu finden.

In Gedanken sind die Menschen bei Ingas Angehörigen. Wie furchtbar muss es für sie sein nicht zu wissen, was ihrem kleinen Mädchen passiert ist, ob es noch lebt.

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Die Mutmaßungen, was dem Kind mit den blonden Zöpfen passiert sein könnte, gehen in alle Richtungen. Dass es sich verlaufen hat, glaubt inzwischen kaum noch jemand. Auch die Polizei geht von einer Straftat aus. Wurde die Fünfjährige entführt? Hinter vorgehaltener Hand mutmaßt man, dass ein Bewohner der Diakonie-Einrichtung für Behinderte und Suchtkranke oder ein Patient aus der nahen Fachklinik Uchtspringe das Mädchen in seiner Gewalt hat. Auch diese Möglichkeit haben die Ermittler in Erwägung gezogen, aber keine Anhaltspunkte dafür gefunden.

Die Menschen erinnern sich an den Fall „Natascha Kampusch“, die als Zehnjährige auf dem Schulweg entführt wurde und achteinhalb Jahre in der Gewalt eines arbeitslosen Nachrichtentechnikers war.

Eine andere Vermisstenakte wurde in dieser Woche geschlossen: Die Überreste der seit fast acht Jahren vermissten Studentin Tanja Gräff, die als 21-Jährige bei einem Sommerfest der Fachhochschule Trier verschwand, wurden bei Rodungsarbeiten gefunden. Tanjas Eltern haben nun die traurige Gewissheit.

Täglich werden in Deutschland zwischen 150 und 250 Personen als vermisst gemeldet. 50 Prozent dieser Vermisstenfälle klären sich innerhalb einer Woche auf, 80 Prozent binnen eines Monats, 97 Prozent innerhalb eines Jahres. Diese Zahlen machen Hoffnung. Laut Statistik liegt die Chance im Moment bei 80 Prozent, dass die kleine Inga noch gefunden wird – hoffentlich lebend.

Von Ulrike Meineke

Inga (5) vermisst!

Rubriklistenbild: © Agenturfoto

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