Würzburger bieten für Süd / Gläubiger wollen mehr / Entscheidung am 1. Juni

Eine Million für die Raks-Blöcke geboten

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Für die insgesamt vier Raks-Blöcke in Stendal-Süd haben zwei Würzburger gestern insgesamt gut eine Million Euro geboten. Die Gläubiger wollen aber mehr Geld. Am 1. Juni wird entschieden, ob verkauft wird oder ob es eine neue Versteigerung gibt.

Stendal. Die Raks-Blöcke in Stendal-Süd kamen gestern im Amtsgericht Stendal unter den Hammer.

Nur wenige Minuten vor Ende der Versteigerung boten die beiden Geschäftspartner der Triplo 57 GmbH aus Würzburg, Cyril Zodtner und Christoph Karl Wagner, einen Betrag von 1 025 000 Euro für die vier Wohnblöcke.

„Wir sind in Bayern und Frankreich unterwegs und sanieren Gebäude, die keiner mehr anfassen will“, erklärte Geschäftsführer Zodtner nach der Versteigerung. Ein halbes Jahr lang hätten sich die Geschäftsleute mit den heruntergekommenen Plattenbauten auseinander gesetzt und sogar die Eigentümer in der Türkei besucht. Aus den Objekten wollen sie Wohnraum zu bezahlbaren Preisen schaffen. „Wir führen nichts Böses im Schilde. Wir wollen nur anständige und bezahlbare Wohnungen errichten“, betonte Zodtner. Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei ihnen hierbei besonders wichtig, wozu sie sich auch bereits mit Oberbürgermeister Klaus Schmotz in Verbindung gesetzt hätten.

Gebot liegt bei 50 Prozent des Verkehrswertes

„Wir werden uns auch mit dem Stadtrat zusammensetzen und versuchen, alles passend zu machen. Wir hoffen natürlich auf die Unterstützung der Stadt Stendal“, so der Geschäftsführer.

Einen Haken hat die Sache allerdings: Die beiden Geschäftsmänner haben 1,025 Millionen Euro geboten, der Verkehrswert liegt bei rund zwei Millionen Euro. Die Würzburger hatten das Mindestgebot von 50 Prozent, also die Hälfte des Verkehrswertes, geboten. In den Augen der vier Gläubiger – Stadt Stendal, Landkreis Stendal, Ramazan Karabulut und Öncer Grundstücks GmbH – ist das zu wenig. Sie stellten einen Antrag und hoffen nun mindestens auf 70 Prozent des Verkehrswertes (1,4 Millionen Euro).

Am Donnerstag, 1. Juni, 9 Uhr, wird im Saal 112 des Amtsgerichts Stendal entschieden, ob der Gebäudekomplex an die Triplo 57 GmbH verkauft wird oder nicht. Wenn nicht, kommt es zu einer erneuten Versteigerung. „Dann gilt allerdings das Höchstgebot“, erklärt Dr. Michael Steenbuck, Sprecher des Landgerichts. Heißt: Der Meistbietende wird neuer Eigentümer der Raks-Blöcke. Es bleibt also abzuwarten, ob die Geschäftsmänner aus Würzburg bereit sind, mehr Geld für den Erwerb der Blöcke auszugeben.

„Werden nicht bis zum bitteren Ende gehen“

„Eigentlich hätten sie für einen Euro angeboten werden sollen“, scherzte Geschäftsführer Zodtner und fügte im AZ-Gespräch hinzu: „Alles, was wir anfangen, bringen wir auch zu Ende. Aber wird werden in dieser Angelegenheit nicht bis zum bitteren Ende gehen“, sprich nicht unnötig Zeit und Geld investieren, wenn keine Bereitschaft bestehe, das Angebot anzunehmen.

Von Marilena Berlan

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