Elimar Brandt: „Eine glatte Lüge“

Situation in Stendal: Gerüchte über Todesfälle nach Impfung sind falsch

Soldaten aus Havelberg und Burg unterstützen die Impfteams bei ihrer Arbeit in den Einrichtungen und im lokalen Impfzentrum.
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Soldaten aus Havelberg und Burg unterstützen die Impfteams bei ihrer Arbeit in den Einrichtungen und im lokalen Impfzentrum.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Das Vorhaben von Elimar Brandt, Vorstand der Borghardt-Stiftung, mit gutem Beispiel voranzugehen und sich als Erster in seiner Einrichtung impfen zu lassen, scheint von Erfolg gekrönt gewesen zu sein.

Stendal – Zusätzlich zu den 114 Zweitimpfungen, die gestern an der Osterburger Straße vorgenommen wurden, gab es weitere 112 Bewohner und Mitarbeiter, die eine erste Spritze erhielten. „Das ist ‘ne Wucht“, berichtet Brandt stolz. Damit seien alle Bewohner durchgeimpft.

Ursprünglich hatten sich nicht einmal 20 Mitarbeiter für die Impfung gemeldet. Beim zweiten Termin waren es schon gut 50. „Damit sind 40 Prozent der Mitarbeiter geimpft“, sagt Brandt. Der Anteil unter dem Pflegepersonal, das stärkeren und häufigeren Kontakt mit den Bewohnern hat, sei dabei rechnerisch etwas größer.

Stiftungsvorstand Elimar Brandt freut sich über den Erfolg der Impfaktion.

Während es beim ersten Impftermin am 28. Dezember noch geknirscht habe, sei der zweite Termin wie geschmiert gelaufen. Das liege nicht nur daran, dass das Impfteam immer besser eingespielt ist. Auch die Vorbereitung der Borghardt-Stiftung sei vorbildlich gewesen, wie Brandt zugetragen worden sei. Ursprünglich sei damit gerechnet worden, dass der zweite Impftermin, mit fast doppelt so vielen Interessenten, bis 18 Uhr dauern werde. Bis 14.30 Uhr werde man jedoch durch sein, erklärte Brandt am frühen Nachmittag.

Hoffnung werde auf weitere Erkenntnisse der Wissenschaft gesetzt. Für Mitte Februar erwarte er neue Informationen dazu, ob Geimpfte noch immer Überträger des Virus sein können. Sollte dem nicht so sein, könnte ein Stück Normalität in die Einrichtung zurückkehren. Der Lockdown sei für alle Menschen eine Last. Für die, die permanent auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind, jedoch insbesondere, erinnert Brandt. Außergewöhnliche Entlastungen seien dabei nicht das Ziel, aber Besuche wieder einfacher zu ermöglichen und den Bewegungsradius der Bewohner wieder zu erhöhen, wäre ein großer Beitrag für mehr Lebensqualität. „Wir hatten auch mit Besuchern und Angehörigen zu diskutieren, die ohne Schutzmaßnahmen hinein wollten“, erklärt Brandt.

Einen besonders ärgerlichen Fall habe es in Form von Gerüchten in den vergangenen Tagen gegeben. „Es gab Lügen über Todesfälle nach der Impfung“, stellt der Vorstand klar. Gerüchten zufolge seien vier Bewohner im Anschluss an die Impfung verstorben. Das sei jedoch völliger Quatsch: Ja, im Zeitraum nach dem Jahreswechsel gab es zwei Todesfälle in der Einrichtung. In einer Altenpflegeeinrichtung sei das jedoch normal. Ein Zusammenhang mit Covid-19 oder der Impfung habe dabei keinesfalls bestanden. Alles andere sei „eine glatte Lüge“.

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