33-Jähriger muss sich wegen „Störung des öffentlichen Friedens“ verantworten

„Es gab nie eine Bombe“

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Per Telefon ging am 13. Dezember 2016 eine Bombendrohung beim Landgericht ein. Verursacher war laut Anklage ein 33-jähriger psychisch kranker Mann. 

Stendal. Am 13. Dezember 2016 ging beim Landgericht Stendal telefonisch eine Bombendrohung ein. Das Gebäude wurde damals geräumt und mit Spürhunden nach Sprengstoff abgesucht – ohne Erfolg.

Ein psychisch kranker 33-Jähriger (Foto) muss sich seit Dienstag wegen „Störung des öffentlichen Friedens“ und Körperverletzung in mehreren Fällen vor dem Landgericht Stendal verantworten. 

Verantwortlich für den Anruf soll ein 33-jähriger Mann sein, der unter einer dissozialen Persönlichkeitsstörung leidet. Neben der „Störung des öffentlichen Friedens“ muss sich der Mann seit Dienstag außerdem für mehrere Körperverletzungen vor dem Landgericht verantworten.

Aus dem Gericht

„Die Sache mit der Bombendrohung“ sei nur eine „Mutprobe“ unter mehreren Insassen gewesen, gab der Angeklagte an, der seit einiger Zeit in der Forensischen Klinik in Uchtspringe untergebracht ist. Die Klinik hat sich auf psychisch kranke Straftäter spezialisiert. „Ich wollte nicht als Feigling dastehen“, erklärte er. Außerdem hätte ein Mitinsasse ihm damals Tabak dafür angeboten, dass er die Drohung ausspreche. Eine Bombe habe es allerdings nie gegeben, beteuerte der Mann am Dienstag vor der Kammer.

Auch in Bezug auf die Körperverletzungen, die der gebürtige Hallenser im Rahmen seiner Unterbringung in Uchtspringe sowie zeitweise in der Justizvollzugsanstalt Burg begangen haben soll, zeigte sich der Angeklagte geständig. „Ich sehe meine Fehler ja ein“, erklärte er der Vorsitzenden Richterin Simone Henze von Staden. „Aber manchmal brennen mir einfach die Sicherungen durch.“ So zum Beispiel im Februar 2017 in der JVA Burg, als der 33-Jährige sich von einem Vollzugsbeamten provoziert gefühlt hatte. Nach einem plötzlichen Faustschlag gegen das Kinn des JVA-Mitarbeiters soll der Angeklagte diesen mit einem umgedrehten Stuhl an die Wand gedrückt und ihn dabei leicht verletzt haben. Über mögliche Konsequenzen habe er sich bei den acht angeklagten Taten keine Gedanken gemacht, wie der Beschuldigte auf Nachfrage angab. Ein Sachverständiger prüft nun, ob eine verminderte Schuldfähigkeit besteht. Am Montag, 30. Juli, wird der Prozess um 9 Uhr in Saal 121 des Landgerichts fortgesetzt.

Von Charlotta Spöring

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