BUND besteht auf eigenem Konzept für die Infrastrukturentwicklung der Region

Eine Autobahn zweiter Klasse für die Altmark?

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Symbolfoto

Altmark. Bekommt die Altmark eine Autobahn zweiter Klasse? Diese Variante brachte gestern der Bundesvorsitzende der Umweltschutzorganisation BUND, Hubert Weigert, bei einem Besuch in Stendal ins Gespräch.

Ähnlich wie in Frankreich oder Italien solle auch in Deutschland eine zweite Autobahnkategorie eingeführt werden, für die geringere Standards gelten, erklärte er. Einen entsprechenden Vorschlag für die Strecke Magdeburg-Schwerin legte er bereits auf den Tisch.

Dahinter verbirgt sich allerdings nichts anderes, als der vom BUND seit Langem favorisierten Plan zum Ausbau der Bundesstraßen in der Region, statt des A-14-Lückenschlusses. Das Problem: Im bisherigen Bundesverkehrswegeplan, der bis 2015 gilt, ist der Bau einer Autobahn festgeschrieben und wird für den folgenden fortgeführt. Für den alternativen Bundesstraßenausbau müssten zum einen die gesetzlichen Grundlagen geändert und zum zweiten die Planungen komplett neu aufgerollt werden. Selbst wenn heute damit begonnen würde, könnten erste Abschnitte frühestens in fünf bis sechs Jahren fertig sein, gestand BUND-Planungsexperte Wilfried Treutler ein. Insgesamt würden Planung und Bau rund acht bis neun Jahre dauern. Die Kosten wären nach seiner Einschätzung etwa halb so hoch, wie bei der Autobahn.

Voraussetzung wäre allerdings, dass dieses Projekt in den neuen Bundesverkehrswegeplan Einzug findet, der frühestens 2016 Rechtskraft erhält und dass es keine juristischen Auseinandersetzungen gibt. Die Strecke wäre im Idealfall frühesten 2025 fertig, die Autobahn laut Bundes- und Landesverkehrsministerium bereits 2020. Die derzeitigen A 14-Planungen hat der BUND allerdings mit seinen Klagen bisher gehörig ausgebremst. Derzeit liegen weitere Klagen gegen die Abschnitte Dolle-Lüderitz und Colbitz - Dolle vor.

Die BUND-Vertreter beteuerten, dass es ihnen ausschließlich um naturschutzrechtliche Probleme gehe und sie nicht per se gegen Autobahnen seien. Eine Zustimmung zur A14 käme aber für den BUND selbst dann nicht infrage, wenn alle geforderten Naturschutzaspekte in den Planungen nachgebessert würden.

Von Christian Wohlt

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