Winckelmannstraße wird neu aufgerollt

Einbahnstraße in Stendal wieder gekippt: Denkmalschutz war dagegen

Hin und her: Der Stadtrat hat auf Widerspruch des Oberbürgermeisters seine Entscheidung, eine Einbahnregelung für die Winckelmannstraße zu etablieren, rückgängig gemacht.
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Hin und her: Der Stadtrat hat auf Widerspruch des Oberbürgermeisters seine Entscheidung, eine Einbahnregelung für die Winckelmannstraße zu etablieren, rückgängig gemacht.

Stendal – Der Stadtrat hatte eine Entscheidung getroffen und der Bürgermeister Widerspruch eingelegt – damit war die Frage erneut eröffnet: Soll die Winckelmannstraße zur Einbahnstraße werden?

Mit einer deutlichen Mehrheit von 20 Stimmen zu sieben Gegenstimmen bei sieben Enthaltungen sprachen sich die Stadtratsmitglieder dafür aus, den Bedenken der Verwaltung stattzugeben (AZ berichtete).

Insbesondere Ratsmitglieder der AfD, auf deren Antrag die Einbahnregelung zunächst akzeptiert wurde, sprachen sich jedoch gegen den Widerspruch aus. Kritisiert wurde unter anderem, dass mit der Ablehnung der bisher gewählten Variante Parkplätze verloren gingen.

Joachim Röxe, Fraktionsvorsitzender Die Grünen/Die Linken widersprach. Es gehe bei der Entscheidung nicht um drei oder vier Parkplätze, sondern um das archäologische Flächendenkmal. „Die Stellungnahme der Denkmalschutzbehörde ist eindeutig“, stellte Röxe fest. Deshalb sei es richtig, den Beschluss noch einmal zu überdenken. Sonst bekäme es die Stadt mit einer Maßnahme zu tun, die unmöglich auszuführen sei.

Jürgen Teubner (AfD) kritisierte, dass bei den verschiedenen Straßenbauprojekten in den vergangenen Jahren mit unterschiedlichem Maß gemessen wurde. Er habe sich die Mühe gemacht die vom Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) eingebrachten Punkte genau anzusehen. Dabei würden sie sich gegenseitig widersprechen. Gerade der Vorwurf, dass das archäologische Flächendenkmal beeinträchtigt werde, könne nicht stehen gelassen werden. Eine Fußgängerzone wurde eingerichtet, Die Straßen Am Dom, die Hall- und die Karlstraße seien mittlerweile allesamt Einbahnstraßen. „Das waren massive Eingriffe in das Flächendenkmal“, erklärte Teubner. Wolle man jetzt den AfD-Vorschlag mit dieser Begründung ablehnen, müssten sämtliche dieser Baumaßnahmen ebenfalls rückgängig gemacht werden.

„Die Diskussionen um das Flächendenkmal sind nicht neu“, stellte Dr. Herbert Wollmann, Vorsitzender der Fraktion SPD/FDP/Ortsteile, fest. Auch wenn in der Vergangenheit bei diversen Projekten anders entschieden wurde, glaube er nicht, dass der Denkmalschutz seine Einstellung in der Angelegenheit „Winckelmannstraße“ noch einmal ändern werde. Deshalb koste es nur unnötig Zeit und Geld, an dem Stadtratsbeschluss festzuhalten.

Mit dieser Entscheidung ist noch nicht endgültig geklärt, in welcher Variante der grundhafte Ausbau der Winckelmannstraße durchgeführt wird. Eine Festlegung für eine der anderen fünf Möglichkeiten wurde damit nicht getroffen. Der Beschluss wird in der nächsten Beratungsrunde wieder auf die Tagesordnungen des Stadtrates kommen.

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