Team des Stendaler Hospizes öffnete die Türen für Gespräche und offenen Austausch

„Ein Tag, um Nähe zu schaffen“

+
Aus Wernigerode, Halle, Magdeburg und Bismark kamen die Interessierten zum Landeshospiztag in die Stendaler Einrichtung.

Stendal. Dem Wort Hospiz hängt ein schwerer und dunkler Schatten nach. „Viele Leute haben einfach Angst, sich mit der Thematik des Sterbens auseinanderzusetzen.

Sie denken, dass wir hier nie lachen oder immer nur still sind“, berichtet die Pflegedienstleiterin des Stendaler Hospiz, Ramona Höppner-Nitsche aus ihrem Erfahrungsschatz. Dazu nutzte sie den Landeshospiztag am Sonnabend und betonte, sie „will den Tag nutzen, Nähe und Offenheit zu schaffen. “ Innerhalb eines Gesprächskreises tauschten sich die Interessierten aus. Unter ihnen ehrenamtliche, stationäre und ambulante Pflegerinnen aus Wernigerode, Halle und Magdeburg. Auch aus Bismark kamen zwei Mitarbeiterinnen der Volkssolidarität.

Seit Februar gibt es auch ein neues Gesicht im Hospiz. Jana Dembinski kommt regelmäßig freitags in die Einrichtung an der Wendstraße, um mit den Bewohnern zu musizieren. „Manchmal singe ich einfach nur für mich alleine, aber ich merke, dass ich bei den Bewohnern durchdringe“, erklärt die Musiktherapeutin. Die größtenteils im Fachkrankenhaus Uchtspringe Arbeitende berichtet den Anwesenden von ihren eigenen ersten Eindrücken im Hospiz: „Man muss sich natürlich im Klaren darüber sein, wo man hier arbeitet und man muss sich damit auseinandersetzen, sonst hält man nicht lange durch.“ Im Moment versucht sie sich mit Klangschalen. Diese legt sie auf verschiedene Körperregionen des Bewohners und schlägt sie leicht an. Die Klangwellen verteilen sich dann im Körper.

Auf zehn Jahre Hospiz- und Palliativarbeit auf Verbandsebene können die Mitarbeiter zurück schauen. Dies wurde zum Anlass genommen, um zu reflektieren, was sich in den vergangenen Jahren entwickelt hat, was sich verändert hat. Vor allem zum Austausch sollte die Zeit genutzt werden. Prof. Dr. Reiner Skörries, Direktor des Museums für Sepulkralkultur Kassel, sprach zum Thema „Aufbruch zu einer neuen Trauerkultur - Fluch oder Segen?“. Im Anschluss an die angebotenen Workshops, wie „Funktion und Aufgabe der Trauer“, hörten die Anwesenden „Trotzdem. Von erlebtem Leid in hospizlicher Poesie und Lyrik“, eine Buchlesung von Prof. Dr. Franco Rest.

„Wir sind da, um unseren Bewohnern einen angenehmen Lebensabend zu gestalten und um den Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen“, betonte Höppner-Nitsche noch. Auch mit Fragen zur Spezialisierten Ambulanten Palliativen Versorgung können sich Betroffene an den Ambulanten Hospizdienst wenden. Sabine Gesekus steht als Ansprechpartnerin stets zur Verfügung, um Unsicherheiten zu nehmen.

Von Berit Wagner

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare