Verein „Nordwall Classic Garage“ hat Umbauarbeiten begonnen: Zufahrt entsteht an Westgiebel

„Ein Segen für die Stadt Stendal“

Alte Husarenhalle wird Oldtimer-Zentrum: Vorstandsmitglied Jörg Punzel (l.) und Vereinschef Michael Trösken haben den Zeitplan für die Sanierungsarbeiten abgesteckt. Kernstück ist eine 650 Quadratmeter große Präsentationshalle für Liebhaberstücke.
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Alte Husarenhalle wird Oldtimer-Zentrum: Vorstandsmitglied Jörg Punzel (l.) und Vereinschef Michael Trösken haben den Zeitplan für die Sanierungsarbeiten abgesteckt. Kernstück ist eine 650 Quadratmeter große Präsentationshalle für Liebhaberstücke.

Stendal. Dass für das Haltungstraining berittener Kavallerie anno 1884 am Stendaler Nordwall ein klar konstruierter Zweckbau aus dem Boden gestampft wurde, hat automobilen PS-Enthusiasten der Region den Weg für ein Oldtimer-Zentrum der Oberklasse geebnet.

Die noch 2012 für den Abriss vorgesehene Immobilie hätte ein Supermarkt-Parkplatz werden und der Stadt 100 000 Euro bringen können, aber die zündende Idee der Historien-Bewahrer um Vorstandschef Michael Trösken vom eigens für das Projekt gegründeten Stendaler Verein „Nordwall Classic Garage“ hat das seit 1905 zur Turnhalle umgenutzte, einstige Husaren-Objekt mithilfe eines Erbbaupachtvertrags für die nächsten 99 Jahre gerettet.

„Es ist ein Segen für die Stadt Stendal, dass der historische Bau stehen geblieben ist“, lobt Künstler Bruno Groth den Stadtratsentscheid. Groths Fliesenmosaik fand an der Innenseite des Ostgiebels seine neue Heimstatt (die AZ berichtete). Der 86-Jährige schwärmt aber auch für die gut erhaltene Holz-Dachkonstruktion, die ebenso schlicht wie funktional sei.

Die Vereinsaktiven, die sich teils auch aus dem rund 60 Köpfe zählenden Oldtimer-Stammtisch Calberwisch zusammensetzen, haben in der Halle mittlerweile kräftig Hand angelegt. Vordringlichste Aufgabe bis zum Sommer ist es, die Nutzungsfähigkeit der Immobilie herzustellen. Und weil für die 650 Quadratmeter große Präsentationsfläche zuallererst eine Zufahrt geschaffen werden muss, wurde der alte Eingang von der westlichen Giebelseite an die Rückseite verlegt. Gleich neben der Lkw-tauglichen Einfahrt, die also an der Westfront entsteht, soll noch dieses Jahr ein Vereinsraum eingerichtet werden, steht im Arbeitsplan des Gremiums.

Ab Herbst sollen Nebenräume, die bislang als Umkleiden dienten, zu Fachbibliothek und Schrauberwerkstatt renoviert und umgebaut werden. Auch historische Werkstatteinrichtungen sollen in dem Gebäudeteil bis zum Frühjahr 2014 Einzug halten. Dann ist auch die Renovierung der Außenfassade geplant, die bis Herbst 2014 abgeschlossen sein soll. Mit der Sanierung des Dachs wollen die altmärkischen Oldtimerfans erst im Frühjahr 2015 beginnen. www.nordwall-classic.de

Von Antje Mahrhold

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