Neuer Ausstellungsraum in Feldsteinkirchen-Sakristei wird eingeweiht

Eichstedter Exponate paaren sich mit Nachtigals Reliquien

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In der Sakristei ihrer spätromanischen Feldsteinkirche, in der Gustav Nachtigal getauft wurde, haben sich die Eichstedter einen neuen Ausstellungsraum geschaffen.

Eichstedt. Für den berühmtesten Sohn des Dorfs – Afrikaforscher Gustav Nachtigal – hat sich Eichstedt ins Zeug gelegt.

Dazu ist in der Sakristei der spätromanischen Feldsteinkirche ein Ausstellungsraum eingerichtet worden, der das Wirken des vor 179 Jahren in Eichstedt geborenen Pfarrerssohns würdigt. Die Sanierung des Exponatezimmers ist mittlerweile so weit abgeschlossen, dass das mit Hilfe von Fördergeld aus dem Leader-Programm finanzierte Umbauvorhaben am Mittwoch, 7.  August, 14. 30 Uhr, feierlich eingeweiht werden soll, wie die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck der AZ gestern meldete.

Bei Gesamtkosten von rund 29 000 Euro flossen gut 18 000 Euro EU-Geld in das Projekt, wie Leader-Managerin Heike Winkelmann aus ihrem Magdeburger Büro der AZ am Vormittag sagt. Als Bauherr habe die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck fungiert, die die Sanierung des Nachtigall-Raums im Dezember vergangenen Jahres beantragt habe. Dem Unterlagen zufolge soll die neue Institution nicht nur dem Afrikaforscher gewidmet sein, sondern auch „interessante Exponate aus der Geschichte des Ortes und der Kirche“ beherbergen.

Bei der Sanierung waren Decke, Wände, Fußboden und Türen auf Vordermann gebracht worden. Auch Beleuchtungsmöglichkeiten sollten geschaffen werden. Und auch die Gebäudehülle benötigte Antifeuchte-Hilfe, weshalb Mauereindeckungen und Regenwasserableitungen zum Projekt zählten. Augenmerk legten die Verantwortlichen bei der Planung der Arbeiten darauf, dass die Folgekosten möglichst minimal bleiben. Deswegen kann der Raum auch weiterhin nicht beheizt werden, weswegen es Ausstellungen im neuen Kulturtreff nur zu jeweils geeigneten Jahreszeiten gibt. Damit Besucher bequem auf die erste Podest-Ebene des Glockenturms gelangen, gehört auch die Sanierung der Treppe dorthin zu dieser Leader-Förderung.

Auf der Prioritätenliste der für das Dorf zuständigen Lokalen Aktionsgruppe „Mittlere Altmark“ (LAG) finden sich für 2013 noch weitere Eichstedter Vorhaben. So setzt sich der Verein „Förderkreis St. Katharinen-Kirche“ um Vorsitzende Adelheid Schmersau seit Jahren für die Rekonstruktion der einzigen noch vollständig erhaltenen Orgel des Baumeisters Johann Georg Helbig ein. Besonderheit des Instruments ist eine schmetternde Posaunen-Pfeife mit Zungenregister.

Den Ursprungszustand des Erbauungsjahres 1737 dieser Eichstedter Königin wiederherzustellen hoffen die Vereinsaktiven mit Hilfe von Leader-Geld ebenso wie sich der Ausbau eines Veranstaltungs- und Vereinsstützpunkts auf der aktuellen LAG-Liste befindet.

Von Antje Mahrhold

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