Jury zeichnet 50-Jährigen aus Höhengöhren mit der Bezeichnung „Hochwasser-Helfer“ aus

Ehrenpreis an Fischer Quaschny

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Am 2. Dezember soll Gernot Quaschny der Sonderpreis „Hochwasser-Helfer“ überreicht werden.

Hohengöhren/Berlin. Jetzt ließen die Verantwortlichen die Katze aus dem Sack: Fischer Gernot Quaschny aus Hohengöhren, die Online-Initiative „Passau räumt auf“ und Engagierte der bundesweiten 72-Stunden-Aktion „Flutschäden lindern“ erhalten Auszeichnung mit Sonderpreis.

Besonderes Engagement verdiene einen besonderen Preis – mit der Vergabe des Sonderpreises „Hochwasser-Helfer“ bedanken sich die Partner der Initiative „für mich. für uns. für alle. “ bei allen Ehrenamtlichen in den Hochwasser-Gebieten. „Die Jury war tief beeindruckt von der Vielfalt der Unterstützung, dem selbstlosen Einsatz der Helfer und den bewegenden Geschichten. Dieses große Engagement möchten wir mit der Auswahl der Preisträger stellvertretend für alle Freiwilligen öffentlich würdigen“, sagte beispielsweise Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes.

Gernot Quaschny aus Hohengöhren in Sachsen-Anhalt ist einer dieser besonderen Helfer. Alles, was er sich im Leben aufgebaut hat, wurde über Nacht vom Hochwasser zerstört – sein Haus ebenso wie sein Fischereibetrieb. Trotzdem pendelte der Fünfzigjährige mit seinem Boot unermüdlich zwischen „Festland“ und „Inseln“, um die Bürger seines Heimatortes und der drei umliegenden Dörfer mit dem Notwendigsten zu versorgen (die AZ berichtete). Für Quaschny hatte Oliver Beck, Kraftsportler des TSV Tangermünde, zu einer Spendenaktion aufgerufen.

Die Engagierten der Initiative „Passau räumt auf“ wählten einen unkonventionellen Weg, um schnell Hilfe zu organisieren. Über ein Netzwerk koordinierten die Studenten Manuel Grabowski, Karoline Oberländer, Lisa Wagner und Dorothea Will täglich bis zu 5000 Helfer, informierten die Öffentlichkeit und mobilisierten Sponsoren.

Die 72-Stunden-Aktion „Flutschäden lindern“ zeigt exemplarisch, dass auch Menschen, die nicht direkt vom Hochwasser betroffen waren, sich aus ganz Deutschland auf den Weg gemacht haben, um zu helfen. Die 75 Schüler und Studenten des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend aus Essen etwa halfen in Magdeburg, Sandsäcke zu füllen und Dämme zu bauen.

Bis zum 31. Juli reichten Bürger insgesamt 140 Nominierungsvorschläge für den Sonderpreis ein. Bei der anschließenden öffentlichen Online-Abstimmung wurden rund 12 500 Stimmen abgegeben und die zehn Publikums-Favoriten ermittelt. Die Jury des Deutschen Bürgerpreises hat daraus die drei Preisträger ausgewählt. Sie werden am 2. Dezember im ZDF Zollernhof in Berlin offiziell mit dem Sonderpreis „Hochwasser-Helfer“ des Deutschen Bürgerpreises geehrt.

Die Initiative „für mich. für uns. für alle.“ ist ein Bündnis aus engagierten Bundestagsabgeordneten, den Sparkassen, den Städten, Landkreisen und Gemeinden. Seit 2003 vergeben die Partner den Deutschen Bürgerpreis – Deutschlands größten Ehrenamtspreis.

Dotiert ist der Preis allerdings nicht. Vielmehr gehe es darum, öffentlich allen Engagierten Danke zu sagen.

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