Lemgoer Nachtwächter bereichert Jubiläumstreffen / Krönender Abschluss der Lichttage

„Echte Partnerschaft aus Distanz“

Sebastian Krug, Vize-Vorsitzender der Lemgoer Partnerschaftsgesellschaft, schreibt sich ins Goldene Buch der Altmarkstadt ein, während ihm Dr. Reiner Austermann, Bürgermeister der Alten Hansestadt Lemgo (v.l.), Stendals Partnerschaftsgesellschafts-Chef Steffen Tank und OB Klaus Schmotz dabei über die Schulter schauen.
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Sebastian Krug, Vize-Vorsitzender der Lemgoer Partnerschaftsgesellschaft, schreibt sich ins Goldene Buch der Altmarkstadt ein, während ihm Dr. Reiner Austermann, Bürgermeister der Alten Hansestadt Lemgo (v.l.), Stendals Partnerschaftsgesellschafts-Chef Steffen Tank und OB Klaus Schmotz dabei über die Schulter schauen.

Stendal. „Eine Städtepartnerschaft lebt vom Kontakt der Bürgerschaft miteinander“, sagt Stendals oberster Stadtchef Klaus Schmotz (CDU) bei den Feierlichkeiten der 30-jährigen Städtepartnerschaft zwischen der Alten Hansestadt Lemgo und der Hansestadt Stendal.

Lobend erwähnt wird in diesem Zuge der Austausch zwischen den Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk sowie den Musik- und Berufsschulen der Altmarkstadt und ihrem nordrhein-westfälischen Partner.

Der lippische Nachtwächter Werner Kuloge führt durch Stendal. „Ist ja wie in Lemgo hier!“ Vielleicht lässt sich bald ein Rolandstädter ja für den Job begeistern?

Doch mit dem Austausch ist es für den lippischen Nachtwächter Werner Kuloge gar nicht so leicht, denn ein Stendaler Äquivalent, um über schaurig-schöne Nachtwächtergeschichten zu tratschen, gibt es für den Lemgoer nicht. „Die sind nur nicht an ihrer Kleidung zu erkennen“, scherzen die eingeladenen Gäste im Musikforum Katharinenkirche zur Feierstunde. Mit dem schwarzen Mantel, Horn, Hellebarde und Laterne verkörpert Kuloge einen Nachtwächter zur Zeit um 1850, wie er selbst berichtet. Auch abseits der Heimat kann der Lemgoer nicht aus seiner Haut und lässt es sich nicht nehmen, die Delegation der Stendaler und lippischen Gäste durch die abendlichen Straßen der Rolandstadt zu führen.

„Ist ja alles wie in Lemgo hier“, scherzt Kuloge und verweist auf Parallelen zwischen den Partnerstädten. „Bruchstraße, die haben wir auch“, weiß der Nachtwächter zu berichten. Auch eine Schererorgel gebe es in der Marienkirche der drittgrößten Stadt der Region Ostwestfalen-Lippe. „Und der Geburtstag von Johann Joachim Winckelmann stimmt mit dem des Nachtwächters überein“, berichtet er dem neugierigen Publikum und verdeutlicht, worauf es an dem Festtag ankomme: Die seit drei Jahrzehnten bestehende Verbindung zwischen der Hochschulstadt in der Nähe von Bielefeld und der größten Stadt der Altmark.

Schon zur Feststunde im Musikforum Katharinenkirche hat die Jazz-Pop-Band aus Lemgo ihren Auftritt.

Was zu DDR-Zeiten 1988 noch zurückhaltend begann, daraus sei über die Jahre ein reger Austausch entstanden, weiß auch Stendals Stadtoberhaupt zu berichten. Vor allem zur Zeit der politischen Wende habe Lemgo der Hansestadt mit Rat und Tat zur Seite gestanden. „In den ersten Jahren haben wir viel von den Menschen in Lemgo gelernt“, betont Schmotz. Heute sei der Austausch zwischen den beiden Städten gleichwertig und bedeute auch gegenseitige Hilfe bei schwierigen Themen.

Dem kann sich das Lemgoer Stadtoberhaupt Dr. Reiner Austermann (CDU) nur anschließen. „Es ist aus der Distanz eine echte Partnerschaft und schließlich eine Freundschaft geworden“, freut er sich über die deutsch-deutsche Kooperation und wünscht sich auch weiterhin ein gutes Miteinander.

Wie gut dieses Miteinander harmoniert demonstrieren am Abend die Bigband der Musik- und Kunstschule Stendal und die lippische Jazz-Pop-Band beim gemeinsamen Auftritt in der Nordwall Classic Garage (AZ berichtete). Das Konzert stand nicht nur im Zeichen der Städtepartnerschaft, sondern war auch der krönende Abschluss der vierten Stendaler Lichttage.

Von Laura Kühn

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