Ein Genosse energiegeladen

E-Mobilität: Stendaler Landrat will Fahrzeugflotte des Kreises umrüsten

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Umrüstung einzelner Fahrzeuge oder der Kauf: Die Fahrzeugflotte des Landkreises soll künftig in eine andere Spur. Die Leitformel lautet: alternative Antriebe.

Stendal – Die Fahrzeugflotte des Landkreises Stendal steht vor einem Umbruch. Es gebe Überlegungen, Teile des Fuhrparks sukzessive umzurüsten, bestätigt Landrat Patrick Puhlmann.

Die Planung einer schrittweisen Umrüstung auf alternative Antriebe sei ihm ein wichtiges Anliegen.

Voller Energie: Der frisch gewählte Puhlmann spricht Mitte März im Kreistag den Amtseid.

Der SPD-Mann denkt dabei nicht zuletzt an Elektro-Mobilität und Wasserstoffantrieb. Umsonst dürfte es das und anderes mehr nicht geben. Es lägen noch nicht alle Kostenschätzungen vor, um gesicherte Angaben zu machen, lässt Puhlmann auf AZ-Nachfrage weiter wissen und verweist schon einmal auf Fördermöglichkeiten bei Bund und Land. Hierbei müssten dann bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

Welche das sind, dazu äußert sich der Landrat noch nicht. In der momentanen Situation, Corona und den Folgen, sieht er das Thema sowieso „vorübergehend in die zweite Reihe treten“. Selbst dann dürfte klar sein: Es geht um Geld, Aufträge und weitere Überzeugungsarbeit. Allein der zentrale Fuhrpark des Landkreises umfasst immerhin 41 Fahrzeuge, nur zwei davon verfügen bereits über einen Elektroantrieb. Andere Landkreise könnten schon weiter sein. Eine weitere Umstellung sei bei den Kleinwagen vorgesehen, bei den Spezialfahrzeugen soll keine Umstellung erfolgen. Natürlich spielten bei all den Plänen „Marktgegebenheiten“ und verfügbare Haushaltsmittel eine Rolle.

Das heißt: Nicht alles wird auf einmal bezahlbar sein. Wann welches Fahrzeug sein normales Verfallsdatum erreicht und eh ausgetauscht werden muss, darauf dürfte mindestens genauso geachtet werden. Ein abschließendes Konzept gebe es derzeit noch nicht. Es müsse eine komplexe Betrachtung erfolgen, lässt Puhlmann über die Pressestelle im Stendaler Landratsamt weiter mitteilen. Selbstredend müssten Versorger die notwendige Infrastruktur, also die Stromanschlüsse, schaffen. Des Weiteren sollten die technischen Voraussetzungen der Fahrzeuge beachtet werden und deren Entwicklung. Entsprechend den Angeboten aus der Wirtschaft werden auch Hybridlösungen ins Auge gefasst.

Erste Entwürfe eines Konzeptes sehen eine Umsetzung bis voraussichtlich 2026/27 vor. Der Genosse aus Storkau führt nach seinem Wahlsieg seit Mitte März das Zepter, die Amtszeit dauert sieben Jahre. E-Mobilität steht von Beginn an weit oben auf seiner Agenda. „Das Ganze macht aus zwei Gründen Sinn, auch und gerade in unserer Region. Erstens: Wir haben die regenerative Energie. Wir erzeugen allein im Landkreis Stendal ein Vielfaches unseres Jahresenergiebedarfs aus den erneuerbaren Energien. Ich will diese Energie nicht einfach anderswohin ableiten, sondern die Vorteile hier vor Ort behalten und hier nutzbar machen.“ Wind- und Sonnenstrom spiele für E-Mobilität und andere Antriebe eine große Rolle.

Strom und auch Wasserstoff ließen sich vor Ort erzeugen. „Das schafft Eigenständigkeit statt Weltmarktabhängigkeit und außerdem eine regionale Wertschöpfungskette, die den Standort Altmark stärkt.“ Er sieht einen „innovativen Mehrwert für die Region“ und einen „Beitrag zum Klimaschutz“. Puhlmann zeigt sich auch überzeugt: „Der Landkreis Stendal, und das ist mein zweiter Punkt, kann in dieser Entwicklung vorangehen und die öffentliche Verwaltung sollte das auch durch die eigene Fahrzeugflotte voranbringen.“ Wichtig bei allem: eine flächendeckende Infrastruktur in Deutschland. „Für unseren Flächenkreis ist das eine Herausforderung“, weiß der Genosse. „Nur mit innovativen Lösungen können wir für ausreichend Ladestellen in jeder Ortschaft sorgen. Ohne die besteht immer die Gefahr, dass ein alternativer Antrieb als zu unpraktisch betrachtet wird.“

VON MARCO HERTZFELD 

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