Hilfen für Landwirte sind laut Dalbert nicht ohne bürokratischen Aufwand möglich

Dürre: Land prüft Katastrophenfall

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Die Regionen in Sachsen-Anhalt, insbesondere beide Altmark-Kreise, sind von der derzeitigen Dürre am stärksten betroffen, so Agrarministerin Claudia Dalbert.

Magdeburg. Die Dürre hat in Sachsen-Anhalt dramatische Folgen für die Landwirtschaft. Davon konnte sich Umwelt- und Agrarministerin Claudia Dalbert (Grüne) vorige Woche auf ihrer Sommerreise im Land überzeugen. Gesten berichtete sie darüber im Landeskabinett.

Das beschloss zu prüfen, ob die Trockenheit einer Naturkatastrophe gleichkommt. Dann könnte ein Notstandfonds gebildet werden, der bis zu 80 Prozent der Ertragseinbußen ersetzt.

Sachsen-Anhalt sei ein Hotspot der gegenwärtigen Wettersituation. Alle Regionen seien von der Dürre betroffen, wenn auch mit unterschiedlicher Intensität. Die Schneise der Schäden gehe durch das gesamte Land. In der Altmark seien zum Beispiel Erntetotalausfälle bei Wintergerste zu verzeichnen. Aber auch bei Mais und anderen Kulturen sehe es nicht viel besser aus.

Wer auf eine schnelle Soforthilfe hofft, wird aber enttäuscht. „Wir werden alles tun, um zügig zu reagieren“, sagte die Ministerin. Aber: „Unbürokratisch geht gar nichts!“ Um Ärger mit EU-Vorgaben zu vermeiden, müssten bestimmte Regularien eingehalten werden. Die erste sei der Prüfprozess, ob durch die Trockenheit Ertragseinbußen von mehr als 30 Prozent der Jahreserzeugung eingetreten sind. „Ich gehe davon aus, dass diese Bedingung erfüllt ist“, so Dalbert. Belastbare Ergebnisse sollen Ende August vorliegen.

Sei das der Fall, könnte der Notstandfonds eingerichtet werden und Betroffene Hilfen beantragen. Dafür müssten sie entsprechende Nachweise im Vergleich der vorigen drei Jahre erbringen. Das sei aber erst nach Abschluss des landwirtschaftlichen Jahres, also mit der Erntebilanz, möglich. Die Gesamtsumme möglicher Hilfen und wann diese ausgezahlt werden können, vermochte die Ministerin nicht zu sagen. Möglichst bis zur nächsten Aussaat sollen die Gelder fließen, hofft sie.

Sie habe unter anderem ein Moratorium für Landkäufe und Zinsstundungen angeregt. Die Entscheidung darüber liege beim Finanzminister.

Von Christian Wohlt

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