Landkreis Stendal will Bürger zum Thema „soziale Teilhabe“ befragen

Wo drückt im Landkreis der Schuh?

+
Soziale Teilhabe beginnt schon bei der Frage, ob öffentliche Verkehrsmittel problemlos genutzt werden können. Schon oft kritisiert für seine mangelnde Barrierefreiheit wurde der Stendaler Bahnhof.

Stendal. Alle Menschen im Landkreis sollen selbstbestimmt an der Gesellschaft teilnehmen können. Das soll für Menschen mit Behinderung genauso gelten wie für ausländische Mitbürger oder Bürger mit niedrigem Bildungsstand.

Um dieses Ziel durchzusetzen, hat der Landkreis Stendal im vergangenen Jahr die Teilhabemanagerinnen Claudia Bolde und Johanna Michelis eingestellt. Ihr Auftrag ist es, angepasst an den Landesaktionsplan Sachsen-Anhalt, einen regionalen Aktionsplan zu erstellen, der Empfehlungen zur Verbesserung der örtlichen Teilhabe beinhaltet.

Ziel des regionalen Aktionsplans: Alle Bürger im Landkreis sollen die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben haben.

Um zu erkennen, wo genau im Landkreis der Schuh drückt, möchten die beiden jungen Frauen zunächst eine Befragung veranlassen. Gemeinsam mit Masterstudenten der Hochschule Magdeburg-Stendal entwickeln sie derzeit einen Fragebogen. Die rund 20 Fragen drehen sich um die Bereiche Arbeit, Wohnen, Bildung, politische Teilhabe, Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Kommunikation. „Wir wollen nach Möglichkeit den gesamten Lebensraum abbilden“, erzählt Claudia Bolde. Eine der Fragen lautet zum Beispiel: „Können Sie sich im Landkreis Stendal sportlich betätigen?“, mögliche Antworten sind „Ja“ oder „Nein“. Bei negativer Beantwortung wird nach dem Grund gefragt. „Möglicherweise liegt es an fehlenden Angeboten oder mangelnder Barrierefreiheit“, so Bolde. Der Fragebogen, der im Juni in den Umlauf gebracht werden soll, ist anonym. Die Probanden müssen lediglich die Gemeinde ankreuzen, in der sie wohnhaft sind. „Erreichen wollen wir mit der Umfrage möglichst viele Menschen im Kreis“, berichtet die Teilhabemanagerin. Eine Stückzahl der Fragebögen sei noch nicht festgelegt. Eine Auswertung soll im Juli erfolgen. „Wir hoffen dann besser auf einzelne Gemeinden eingehen zu können“, erklärt Claudia Bolde.

Von Charlotta Spöring

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.