Carsten Töpfer klärt beim Hochschulvortrag über die Sicherheitslage im Landkreis Stendal auf

Drogen verstärkt im Polizei-Fokus

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Jürgen Maretzki freut sich über die gute Resonanz. 

Stendal. Die Zahl der Toten und Schwerverletzten bei Verkehrsunfällen ist im Landkreis gestiegen. Und das obwohl es 2017 weitaus weniger Unfälle gab als im Vorjahr.

Polizeirat Carsten Töpfer.

Die Hauptursachen sind laut Polizeirat Carsten Töpfer Wild, zu geringe Abstände und zu hohe Geschwindigkeiten der Autofahrer. Töpfer, der seit 2015 das Polizeirevier Stendal leitet, war im Rahmen der Hochschulvorträge zu Gast in der Hochschule Magdeburg-Stendal, wo er über die polizeiliche Sicherheitslage im Landkreis Stendal referierte. Freudig begrüßten den Polizeirat nicht nur Prorektor Volker Wiedemer und Studiendekan Jürgen Maretzki, sondern auch zahlreiche Gäste. Im Gepäck hatte Töpfer allerhand Informationen und spannende Statistiken.

Das Polizeirevier Stendal gehört zur Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord und teilt sich in das Revierkommissariat Osterburg, die Außenstelle Havelberg, den Revierkriminaldienst und den Reviereinsatzdienst auf. Die Zuständigkeit erstreckt sich bei eine Einwohnerzahl von 115 262 auf einer Gesamtfläche von 2423 Quadratkilometern, das entspricht nur 48 Einwohnern pro Quadratkilometer. „Für uns ist es eine große Herausforderung, das gesamte Gebiet durchgängig mit Streifenwagen zu besetzen“. Schuld sei der Personalmangel. Töpfer räumt ein, dass das Gebiet Seehausen da manchmal auf der Strecke bleibe. „Aber wir geben unser Bestes“, verspricht der 47-Jährige. Und das zeigt die Statistik: Die Aufklärungsrate im Landkreis liegt bei 59,1 Prozent. „Im landesweiten Vergleich stehen wir gut da“, meint der Polizeirat. Das ist auch an einer Statistik zu erkennen, die Innenminister Holger Stahlknecht kürzlich veröffentlichte (AZ berichtete). Bei Notfällen braucht die Stendaler Polizei demnach nur 16 Minuten zum Einsatzort.

Eine deutliche Steigerung hat es im vergangenen Jahr bei Betäubungsmittel-Delikten gegeben: „Der Zuwachs dieser Straftaten um 33 Prozent ist zwar sehr hoch, das liegt aber daran, dass wir viel intensiver kontrollieren“, meint der Polizeirat. So blieben weniger Rauschgiftsünder unertappt. Vor allem zu kämpfen hat die Stendaler Polizei mit Haschisch-, Marihuana- und Amphetamin-Konsumenten. Auch im Bereich der Rohheitsdelikte – dazu gehören Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung – hat es eine Steigerung um 5,2 Prozent gegeben. Weitaus erfreulicher ist da die Tatsache, dass die Vermögens- und Fälschungsdelikte sowie die Diebstähle je um ungefähr fünf Prozent gesunken sind. Der Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger ist im Vergleich zum Vorjahr um 11,2 Prozent gesunken. Allgemein hat die Anzahl der Straftaten im Landkreis abgenommen.

„Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich die positive Entwicklung der letzten Jahre im Landkreis Stendal auch in Zukunft fortsetzt“, resümierte Polizeirat Carsten Töpfer.

Von Charlotta Spöring

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