Ein 26-jähriger Stendaler wollte seinem Glück auf die Sprünge helfen / Staatsanwaltschaft forderte sechs Monate

Drei Monate Haft für den Rubbellos-Dieb

mih Stendal. Wohl weil es ihm im privaten Bereich an Fortuna mangelte, soll ein 26-jähriger Stendaler sein vermeintliches Glück in die eigenen Hände genommen haben. Rubbellose im Gesamtwert von 650 Euro habe der Angeklagte T. am 27. Dezember vorigen Jahres von einem Lotto-Stand der Edeka-Filiale am Nordwall entwendet.

Glück hat es ihm nicht gebracht, sondern zunächst sechs Monate Haft ohne Bewährung nach einem Urteil des Stendaler Amtsgerichts von 12. Mai 2014. Gestern ging es ihm und seiner Verteidigerin Heidrun Ahlfeld daher um eine Reduzierung des Strafmaßes.

Im Gericht

Richterin Gudrun Gießelmann-Goetze entschied letztendlich auf drei Monate ohne Bewährung. Für den Angeklagten, der zurzeit in der JVA Dessau-Roßlau wegen Beleidigung und Sachbeschädigung einsitzt, eine klare Verbesserung.

T. habe am Tattag gegen 17.13 Uhr den Lotto-Stand betreten, habe die Rubbellos-Box mit etwa 360 Losen zu je einem, zwei und fünf Euro an sich gerissen und sei geflüchtet. Was er nicht wusste: Der Inhaber des Lotto-Stands ließ die entwendeten Lose direkt entwerten, sodass er sie nirgends hätte einlösen können. T. gab in der Vernehmung an, es sei ihm später mitgeteilt worden, woraufhin er die Los-Box samt aller Lose entsorgt habe.

Bereits elf Einträge im Bundeszentralregister ließen zunächst keine mildere Strafe erwarten. Seit seiner Jugend war T. immer wieder aufgefallen. Ein „Bewährungsversager“, wie Gießelmann-Goetze bemerkte. Er habe zwei Ausbildungen begonnen, diese jedoch nicht beendet und leide zudem an einem Drogenproblem.

Doch seit seiner Inhaftierung im April 2014 habe er sich um Therapieplätze bemüht, soll den Kontakt zu Familienangehörigen verbessert haben und wolle in Zukunft mehr Verantwortung für sein Leben tragen. Diese positive, soziale Entwicklung mag für die Vorsitzende Richterin und die zwei Schöffen schlussendlich den entscheidenden Ausschlag gegeben haben, das Strafmaß um die Hälfte zu reduzieren. Dem Plädoyer von Heidrun Ahlfeld, die komplette Strafe zur Bewährung auszusetzen, konnte nicht entsprochen werden.

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