Verteidigung will wahrscheinlich Revision einlegen / 51-Jähriger aus der Westaltmark verurteilt

Sexueller Missbrauch: Drei Jahre Haft für Westaltmärker

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Ein 51-Jähriger aus der westlichen Altmark soll seine Lebensgefährtin missbraucht und zum Sex gezwungen haben. Dafür wurde er jetzt zu drei Jahren Haft verurteilt.

arz Stendal. Wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen und der Vergewaltigung seiner Lebensgefährtin in Diesdorf hat am Dienstag die Große Strafkammer des Landgerichts einen 51-Jährigen zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Vor dem Urteil sagte der Angeklagte, der jetzt in Niedersachsen lebt, in seinem Schlusswort, dass er „niemanden missbraucht oder mit Gewalt zum Sex gezwungen“ habe.

Zum Wort des Tages wurde gestern „Glaubwürdigkeitsgutachten“, das vor allem die Verteidigung immer wieder bemühte. Schließlich hatte sie Zweifel an den Aussagen verschiedener Zeugen. In vorangegangenen Verhandlungen hatte das Gericht unter Vorsitz von Ulrich Galler entsprechende Anträge abgelehnt. Ein Umstand, mit dem sich die Anwälte des Angeklagten – ein Pflicht- und ein Wahlverteidiger – in ihren rund einstündigen Plädoyers ausgiebig beschäftigten. Sie bezweifelten, dass es eine Vergewaltigung gegeben hat, und forderten deshalb einen Freispruch für ihren Mandanten. Zudem ist die Verteidigung der Meinung, dass das Gericht trotz aller Erfahrung nicht die Glaubwürdigkeit der Zeugen und Opfer beurteilen könne.

Dagegen sprach die Staatsanwaltschaft von einer „glaubwürdigen Zeugin, deren Angaben durch andere Aussagen bestätigt wurden“. Sie konnte auch keine Minderung der Wahrnehmungs- und Mitteilungsfähigkeit erkennen. Auch für das vom Angeklagten ins Spiel gebrachte Komplott gegen ihn gebe es keine Hinweise. Die Staatsanwältin hatte eine Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten gefordert, die Nebenklägerin drei Jahre und sechs Monate.

Vermutlich wird die Verteidigung in Revision gehen, festlegen wollte sie sich aber gestern nicht.

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