Twittern in Uniform

Drei Beamte sind im Social-Media-Team der Polizei Stendal aktiv

Auch während der Corona-Krise gibt die Polizei Stendal regelmäßig Informationen auf ihrem Twitter-Kanal bekannt.
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Auch während der Corona-Krise gibt die Polizei Stendal regelmäßig Informationen auf ihrem Twitter-Kanal bekannt.

Stendal – Immer mehr Behörden, Organisationen und Betriebe sind auch in den sozialen Medien zu finden. Auch die Stendaler Polizei ist dort mittlerweile aktiv. Jedoch nur als öffentliche Institution, Beamte in Uniform, die privat posten, seien nicht gern gesehen.

Die Polizeiinspektion Stendal (PI) ist noch keine sonderliche alte Behörde. Erst im vergangenen Jahr wurde sie neu aufgestellt (AZ berichtete). Als danach ein neuer Erlass zu den Social-Media-Tätigkeiten der Polizei herausgegeben wurde, sei in der PI mit Sitz in der Rolandstadt sogleich entschieden worden, „das machen wir“, wie Pressesprecher Joachim Albrecht der AZ sagt.

Dementsprechend sei auch der Social-Media-Auftritt der Stendaler Polizei erst im September, also vor rund acht Monaten, online gegangen. Zu finden sind die aktuellen Meldungen der Polizei seitdem unter www.twitter.com/Polizei_SDL.

„Wir haben alle Bereiche darüber in Kenntnis gesetzt“, erläutert Albrecht weiter. Zwar seien in Stendal drei Kollegen für den Social-Media-Betrieb zuständig, zusätzlich noch jeweils mindestens einer im Lage- und Führungszentrum, in Salzwedel, im Jerichower Land sowie am Notruf, damit alle relevanten Informationen zeitnah online gehen können. Jedoch würden auch diese in einer Behörde mit Hunderten Mitarbeitern mal etwas übersehen. So wisse jeder über den Social-Media-Kanal Bescheid und könne bei Bedarf die Kollegen informieren. So will die Stendaler PI sicherstellen, dass Bürger schnellstmöglich über Probleme in Kenntnis gesetzt werden können. „Wenn sich zum Beispiel ein Unfall ereignet und die Straße gesperrt wird, kann sofort eine Warnung darüber herausgegeben werden“, sagt Albrecht.

Im Vordergrund der Social-Media-Arbeit stehe natürlich die Information der Bürger. Dabei gehe es aber nicht nur um Verkehrsmeldungen, sondern auch um die Möglichkeit, einen Einblick in den Polizeialltag zu ermöglichen. „Unser Hauptfokus liegt darauf, schnell und transparent zu sein“, erklärt Albrecht den Anspruch des Teams. Besonders gut habe das unter anderem während einer Bombenentschärfung im Februar in der Stadt Salzwedel funktioniert.

Auch wenn Unterhaltung bei dem Twitter-Kanal nicht im Vordergrund stehe, sei auch dies in Ausnahmefällen möglich. Im Dezember wurden unter anderem mehrere Kurzvideos für einen Adventskalender produziert. Dabei haben sich Beamte, auch mal humorvoll, mit verschiedenen Themen wie Prävention auseinandergesetzt und diese den Lesern und Zuschauern erklärt. Auch die Polizeipuppenbühne des Landes Sachsen-Anhalt war mit einem Beitrag dabei, um ein schönes Fest zu wünschen.

Bei allem Spaß, den soziale Medien mit sich bringen können, sind die Mitarbeiter jedoch dazu angehalten, private und dienstliche Auftritte strikt zu trennen. „Es ist ein neues Feld für uns“, sagt Albrecht weiter. Auch für erfahrene Polizisten, die regelmäßig Präventionsworkshops organisieren und bei diesen ihr Wissen weitergeben, mussten sich zunächst daran gewöhnen, dies vor einer Kamera zu tun.

Zurzeit hat die Polizei Stendal auf Twitter fast 400 Follower. Die genaue Reichweite zu bestimmen, sei aber nicht so einfach. Denn Beiträge werden nicht nur von Followern gesehen.

Auch wenn ein Post ein Like bekomme oder geteilt werde, würden andere darauf aufmerksam. Die Adventskalenderbeiträge der Stendaler Polizei beispielsweise seien aber jeweils mehrere tausendmal aufgerufen worden, teilt die PI mit.

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