Foto, Rahmennummer und Extra-Codierung sollen im Diebesfall zum Wiederfinden beitragen

Drahtesel mit eigenem Pass

Die Geschichte, wie dieses Fahrrad kurz vor Weihnachten vor den Zaun des Winckelmann-Gymnasiums am Uchtewall gelangte, ist nicht bekannt. Faktisch bekannt sind allerdings behördliche Tipps zum Schutz vor Diebstahl. Foto: Klos
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Die Geschichte, wie dieses Fahrrad kurz vor Weihnachten vor den Zaun des Winckelmann-Gymnasiums am Uchtewall gelangte, ist nicht bekannt. Faktisch bekannt sind allerdings behördliche Tipps zum Schutz vor Diebstahl.
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Stendal. Der ein oder andere Hansestädter mag zum Weihnachtsfest ein Fahrrad unterm Weihnachtsbaum liegen oder auch an diesem Grün stehen gehabt haben. Neben dem sicheren Umgang im Straßenverkehr steht nun die Frage nach der Diebstahlsicherung im Raum.

Während sich – wie in der AZ berichtet – die Landeshauptstadt Magdeburg zu einer Hochburg in Sachen Drahteselklau entwickelt hat, kann eine solche Entwicklung für Stendal offiziell nicht bestätigt werden. Aktuelle Zahlen werden noch ausgewertet, heißt es vom rolandstädtischen Polizeisprecher Marco Neiß. Die Statistik des Kriminalgeschehens zum Jahr 2016 wird im kommenden Jahr vorgestellt. Eine erste Einschätzung dazu gibt es nicht.

Allerdings steht eine Faktensammlung parat, die Fahrradbesitzern Hinweise geben soll, wie das eigene Zweirad am besten vor Langfingern zu sichern sei. Essenziell sei an erster Stelle ein vernünftiges Schloss. Am besten würden sich dabei massive Bügel- oder Panzerkabelschlösser eignen, rät die Polizei. Und beklagt, dass es immer noch keine verbindlichen Mindestanforderungen für Fahrradschlösser gebe. Manche ließen sich zu einfach für die Diebe öffnen. In diesem Zusammenhang steht auch der Hinweis, das Schloss nicht nur am Rad selbst zu befestigen. Ein Langfinger könnte den Drahtesel ansonsten wegtragen. Der nächste Laternenpfahl oder auch ein Fahrradständer eigneten sich dafür. „Schließen Sie ihr Fahrrad stets mit einer geeigneten Fahrradsicherung an einen festen Gegenstand an – auch in Fahrradabstellräumen.“ Denn auch der vermeintlich sichere Keller bleibt oft nicht vor einem Diebesbesuch verschont.

Doch was ist zu tun, wenn das Rad doch geklaut wurde? Im Voraus handeln, rät das Revier. Ein sogenannter „Fahrradpass“, welcher in Polizeidienststellen erhältlich ist, kann beim Ermitteln des Eigentümers helfen.

Neben Daten wie dem Namen und der Anschrift soll auf das bunte Papier sofort nach dem Neukauf eines Rades auch eine Rahmennummer und/oder eine Codiernummer eingetragen werden. Codieren lässt sich ein Rad unter anderem bei verschiedenen deutschen Fahrradclubs, beispielsweise dem ADFC. Es lassen sich sogar Mikrochips zur Identifikation anbringen.

Jedes Fahrrad ist zudem mit einem Herstellerzeichen und einer eindeutigen und dauerhaft angebrachten Rahmennummer an einer meist gut sichtbaren Stelle, oftmals in der Nähe des Tretlagers, des Sattels oder des Steuerkopfs, gekennzeichnet.

Wieder aufgefundene Fahrräder könnten damit schneller identifiziert und der Papierkram mit der Versicherung leichter abgewickelt werden. Zudem sollten markante Details des Drahtesels wie die Marke, die Rahmenfarbe, die Reifengröße, der Kaufpreis, der Händlername und beispielsweise die Art der Gangschaltung in den Pass eingetragen werden. Ob es ein Kinder-, Damen-, Herrenrad oder gar ein Tandem ist, lässt sich nicht nur schriftlich festhalten. Wie bei allen kostbaren Habseligkeiten raten die Polizeibeamten auch hier, ein Foto vom Eigentum „Fahrrad“ zu machen.

Weitere Hinweise gibt es unter: polizei-beratung.de

Von Alexander Klos

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