Trotz Insolvenz des Tourismusverbandes und Winckelmann-Blamage mehr Übernachtungen

Doppelte Pleite bremst Gästeplus

Das Stendaler Winckelmann-Museum wird nicht wie versprochen im September fertig.

Altmark. Die altmärkische Tourismusbranche hat in den ersten sechs Monaten 2018 gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 2,3 Prozent auf 281.800 Übernachtungen verzeichnet. Das geht aus der aktuellen Bilanz des Statistischen Bundesamtes hervor.

Die Anzahl der Ankünfte ging aber leicht um 0,4 Prozent zurück. Das heißt, es kamen weniger Gäste in die Region, diese bleiben aber länger. Das spiegelt sich auch in der Verweildauer wider, die bei durchschnittlich 2,6 Tagen lag. Diesen Spitzenwert für Sachsen-Anhalt erreichte außerdem nur der Harz.

Die Bilanz hätte sicher noch besser ausfallen können. Für die altmärkische Tourismusbranche gab es aber für die Saison 2018 zwei heftige Rückschläge. Das ist zum einen die Insolvenz des regionalen Tourismusverbandes und zum anderen das verkorkste Winckelmann-Jubiläum. Der 300. Geburtstag des bedeutenden Altertumsforschers wurde 2017 gefeiert. Sein 250. Todestag sollte 2018 in seiner Geburtsstadt begangen werden. Da die Fertigstellung des sanierten Winckelmann-Museums in Stendal mehrfach verschoben wurde, fanden die Veranstaltungen allesamt außerhalb der Altmark statt. Ursprünglich sollte das Haus im Juni 2018 mit einem großen Festakt wiedereröffnen, dann im September. Inzwischen ist von Jahresende die Rede.

Insgesamt rangiert die Reiseregion Altmark bei den Übernachtungszahlen für das erste Halbjahr im Mittelfeld. Während der Harz um 4,4 Prozent und die Region Magdeburg-Elbe-Börde um 2,6 Prozent zulegten, stagnierten sie in der Region Halle-Saale-Unstrut mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent. Die Region Anhalt-Wittenberg verzeichnete einen regelrechten Einbruch bei den Übernachtungen um 9,4 Prozent. Damit hat sich der Abwärtstrend der ersten Monate noch beschleunigt. Diese Urlaubsregion war im vergangenen Jahr aus Anlass des Reformationsjubiläums mit einer aufwendigen internationalen Kampagne beworben worden.

Die Magdeburger Landesregierung hatte sich davon einen nachhaltigen Effekt auch für die Folgejahre versprochen. Das Reformationsjahr hat aber auch in anderen Bereichen nicht die Erwartungen erfüllt.

Von Christian Wohlt

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