Gleichstellungsministerin will mehr Frauen

Dominanz der Männer in der Kommunalpolitik soll weichen

Magdeburg. Frauen haben zu Hause das Sagen, Männer machen Politik. Diese Rollenverteilung ist in Sachsen-Anhalt ausgeprägt.

Gleichstellungsministerin Angela Kolb.

Wie landesweit, sind Frauen in politischen Führungspositionen auch in der Altmark rar, Bürgermeisterinnen wie Verena Schlüsselburg (Bismark), Sabine Danicke bzw. Sabine Blümel (Salzwedel) oder Mandy Zepig (Gardelegen) die Ausnahme. Gleichstellungsministerin Angela Kolb (SPD), wünscht sich mehr Mitstreiterinnen in der Politik.

Mit 80 Prozent der Mandatsträger sind Gemeinde- und Stadträte noch immer weitgehend Männerrunden. Bei den Kreistagswahlen ist das Verhältnis ähnlich. Der Frauenanteil betrug hier bei den Kommunalwahlen 2014 zwischen 16,8 Prozent und 29,3 Prozent. „Willkommen im Rathaus“ heißt eine Veranstaltungsreihe des Gleichstellungsministeriums, um mehr Frauen für politisches Engagement zu begeistern. Fünf Stationen standen landesweit auf dem Programm. Den Auftakt machte Gardelegen.

Überall seien ihr die gleichen strukturellen Probleme begegnet, berichtet die Ministerin der Altmark-Zeitung. „Politik hat nicht immer ein positives Image“, weiß sie. Das gelte nicht nur für die „große Bühne“ wie den Landtag. Die Gründe für die Dominanz der „Männerbünde“ seien vielfältig und nicht allein durch überkommene Rollenmuster zu erklären.

Noch immer sei es für Frauen schwer, Ehrenamt und Familie miteinander zu verbinden. Gerade in Gemeindevertretungen lasse zudem oft die Kultur der Auseinandersetzung zu wünschen übrig. „Frauen wollen Lösungen“, so Kolb, während Männer gern streiten. Dabei möchten sich viele Frauen engagieren und täten das auch. Meist erfolge das aber in anderer Form, zum Beispiel in Elternvertretungen, Kultur- oder Sportvereinen. In ihrem „Landesprogramm für ein geschlechtergerechtes Sachsen-Anhalt“ hat die Landesregierung Maßnahmen festgelegt, die das politische Interesse und das Engagement von Frauen unterstützen sollen. Dazu gehört ein Mentoringprogramm für Frauen, die kommunalpolitisch aktiv werden wollen. Auch eine Frauenquote für Wahllistenplätze nach französischem Vorbild könne ein Mittel sein, meint Kolb. Auf Landesebene würde das aber kaum funktionieren. Bei der vergangenen Landtagswahl wurden fast alle Direktmandate von Männern geholt.

Von Christian Wohlt

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