Doch der Bus kam nicht…

Die Zwickauerinnen Madlen Wernicke (l.) und Sarah Geyer beschilderten im Landkreis um.

Stendal - Von Alexander Postolache. Als Krisensitzung betitelte Angela Vogel, Landratsamt, das Treffen von Jörg Hellmuth und den Busverantwortlichen nicht. Eine „Arbeitssitzung“ war gestern allerdings nötig. Die Umstellung der Busfahrpläne in Sachen Schülerbeförderung lief, „wie erwartet wurde“, nicht ohne Probleme.

Überfüllte Busse, die keinen mehr aufnehmen durften, Anrufe von Eltern und Schülern, die ihre Kinder beziehungsweise sich selbst für den Montag, 1. November, abmeldeten. Der neue Fahrplan für die Schülerbeförderung per Bus trat gestern in Kraft. Jene erstgenannten Fakten trafen gestern für das Tangermünder Diesterweg-Gymnasium zu. Koordinatorin Barbara Menzel beschrieb die Situation gestern gegenüber der AZ. „Kaum ein Bus war pünktlich, viele kamen erst nach Unterrichtsbeginn, nach 7.30 Uhr an. Grieben und Uchtdorf wurden gar nicht erst angefahren“, so der Kenntnisstand gegen 10 Uhr.

Und: „Ich habe gegen 7.30 Uhr versucht, den Landkreis über die Situation zu informieren, habe aber erst um 9 Uhr jemanden erreicht.“ „Ich dramatisiere die Situation nicht weiter“, erklärte Norbert Grewatsch, Leiter der Wilhelm-Wundt-Schule in Tangerhütte. Die meisten Schüler seien pünktlich erschienen, da sie den „Rat von uns angenommen haben, schon früher zur Haltestelle zu gehen.“ Nur in Bittkau hätten „manche Schüler den Bus nur noch von hinten gesehen“, da dieser 15 Minuten vor planmäßiger Abfahrtszeit losgefahren sei. Als Schulleiter sei er um eine sachliche Klärung der „Widersprüche im Fahrplan“ bemüht. Verwundert sei er nur über die Tangermünder Gymnasiasten gewesen, die „bei uns auf dem Schulhof standen“ und nicht weiter in die Kaiserstadt gekommen seien. Das Fazit des Tangerhütter Schulleiters: „Bis auf kleinere Probleme, lief der erste Tag ganz gut an. Die Fehler, die es noch gibt, werden auch noch aus dem Weg geräumt.“ Wichtig sei die unaufgeregte Kommunikation mit Landkreis und Busunternehmen, den Regionalverkehrsbetrieben Westsachsen.

Ortswechsel: Zur Grundschule nach Schinne seien „alle Schüler gekommen“, wie Leiterin Marion Seider die AZ auf Nachfrage informierte. „Vorsorglich hatten viele Eltern ihre Sprösslinge selbst gebracht.“ Einziges Manko: Einige Busse bringen die Mädchen und Jungen schon um 7 Uhr. Montags und dienstags beginnt der Unterricht um 7.30, von Mittwoch bis Freitag wird in Schinne um 7.45 Uhr angefangen. „Um mir selbst ein Bild der Lage zu verschaffen“, ist Landtagsmitglied Nico Schulz (CDU) heute mit den Sekundarschülern aus Arneburg bis nach Goldbeck unterwegs. Das kündigte der Osterburger in einem Schreiben an die AZ an. Um 6.12 Uhr soll die Fahrt beginnen, um 7.11 Uhr soll der Bus in Goldbeck sein.

Die Anlaufprobleme sind beim Landkreis bekannt. Angela Vogel nannte ein Beispiel, bei dem in Heeren der Bus bis auf den letzten Platz voll war, so dass Schüler nicht mehr mitgenommen werden durften. „Die Telefonzentrale des Busunternehmens am Bahnhof hat alle Hände voll zu tun.“

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