Zahl der Waffenscheine wächst rasant / Sicherheitsbedürfnis offenbar groß

Dieser Schreckschuss sitzt

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Waffen müssen im nationalen Register verzeichnet sein. Für den Landkreis Stendal sind es zurzeit 7758 Schießgeräte.

Stendal. Bei einigen Ostaltmärkern könnte dieses Jahr eine Schreckschusswaffe unter dem Weihnachtsbaum liegen. Deutlich mehr Menschen besitzen einen sogenannten kleinen Waffenschein. Die zuständige Genehmigungsbehörde in Stendal spricht sogar von einer drastischen Zunahme.

Sind 2013 nur elf Genehmigungen erteilt worden und 2014 zehn, sind es in diesem Jahr bereits 32. Weitere 15 Anträge sind noch in Bearbeitung. Damit steigt die Zahl kleiner Waffenscheine auf 243, etwa 20 davon gehören Frauen. „Wer einen solchen Waffenschein besitzt, darf Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen führen“, so Landkreissprecherin Angela Vogel gegenüber der AZ. Als Grund werde in der Regel die eigene Sicherheit angegeben. Ob der Anstieg auch mit einer gewissen Verunsicherung und den gesellschaftlichen Umbrüchen im Zuge der Flüchtlingskrise zu tun haben könnte, darüber gibt es keine Angaben.

Im Landkreis Stendal sind derzeit insgesamt 1720 Waffenbesitzer registriert. Wie stark sich diese Zahl verändert hat, könne aus technischen Gründen ad hoc nicht gesagt werden. Die größte Gruppe bilden allerdings nach wie vor die Jäger mit insgesamt 5277 Waffen. Mit weitem Abstand folgen die Sportschützen und 2309 Waffen. Die Behörde weiß zudem von sieben Sammlern, die unterm Strich 145 Waffen besitzen.

In der Statistik werden außerdem noch 18 Sonstige mit 27 Waffen geführt. Neben dem kleinen Waffenschein existiert die Besitzkarte für Jäger, Sportschützen und Sammler sowie der große Waffenschein (scharfe Waffen) für Polizei, zugelassene Wachschützer und gefährdete Personen. Das Nationale Waffenregister (NWR) ist 2013 in Betrieb gegangen. Die Landkreise müssen die Daten nach einem bestimmten Standard speichern und weiterleiten. Alte Daten sollen bis 2017 bereinigt sein. Stendals Waffenbehörde hat nach eigenen Angaben bereits 7531 Datensätze bereinigt, einiges bleibe noch zu tun. Dabei komme es auch auf die Mitarbeit der Waffenbesitzer an. Nicht jeder Bürger darf einfach so eine Waffe tragen. Die Behörde schaut ganz genau hin und überprüft später auch den notwendigen Waffenschrank. 2015 habe es bislang 60 Kontrollen gegeben, von denen der größte Teil unangemeldet gewesen sei, unterstreicht Vogel.

Von Marco Hertzfeld

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