Sechs Monate ohne Bewährung wegen Verkauf von Calberwischer Grabschmuck an Schrotthändler

Diebstahl nicht nachgewiesen

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(Symbolfoto)

Calberwisch/Stendal. Zu sechs Monaten ohne Bewährung wegen Diebstahl oder Hehlerei wurde Thomas W. gestern Vormittag am Amtsgericht Stendal verurteilt. Beim Urteil handelt es sich um eine sogenannte Wahlfeststellung.

Im Gericht

Nachgewiesen sei, dass der Angeklagte eine kolorierte Rose und eine circa 25 Zentimeter große Vase aus Bronze bei einem Schrotthändler abgegeben hat. Ungeklärt bleibt nur die Frage, ob Thomas W. den Grabschmuck selbst Ende Mai des vergangenen Jahres vom Friedhof in Calberwisch gestohlen hat oder eben nicht (die AZ berichtete). „Ein Dieb kann eben kein Hehler sein“, erklärt Dr. Michael Steenbuck, Pressesprecher am Landgericht Stendal, gestern auf Nachfrage der AZ.

Nach einem Bericht in der AZ Ende Mai und einigen Hinweisen aus der Bevölkerung kam die Polizei auf die Spur von Thomas W. Damals brachen bei Mary Henschel wieder Wunden auf, die sie gerade erst halbwegs geheilt glaubte. Ihre Mutter Waltraud Näpfli verstarb im Oktober 2012, kurz vor ihrem 83. Geburtstag. Im Frühjahr des vergangenen Jahres ist witterungsbedingt erst der Grabstein auf dem Friedhof in Calberwisch gesetzt worden. Nur wenige Wochen später bediente sich jemand am Grab der Eheleute Näpfli, stahl die kolorierte Rose und eine bronzene Vase von der Grabstätte. Henschel zeigte sich damals fassungslos von der Grausamkeit der Tat.

Kurz nach der Tat vermutete sie noch Neid oder bloße Zerstörungswut hinter dem Geschehen auf dem Gottesacker. Sie glaubte nicht, dass Diebe den Friedhof gezielt nach diesen Buntmetallen absuchen könnten. Unvorstellbar war die Tat für die Frau, aber letztendlich doch nicht auszuschließen.

Immer wieder meldet die Polizei von verschwundenem Buntmetall. Langfinger nutzen unbewachte Baustellen, verschaffen sich Zutritt und stehlen das begehrte Material, das im Schrotthandel schnell zu barem Geld gemacht werden kann. Auch vor Gotteshäusern machen die Diebe keinen Halt. Oft stehlen sie die Fallrohre oder sogar die Blitzableiter.

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