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Diebe suchen Diesel, Werkzeug und Baustoffe

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Von: Stefan Hartmann

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Im Lagerbereich einer Baustelle sind mehrere Paletten mit Pflastersteinen abgestellt.
An Baustellen lagern häufig nicht zu unterschätzende Geldwerte. Auch Baustoffe wie Steine und Kies können da das Interesse von Dieben wecken. © Hartmann, Stefan

Im vergangenen Jahr waren es Katalysatoren, jetzt scheint es die Baustellen zu treffen. Immer öfter meldet die Polizei den Diebstahl von Werkzeug, Material und Kraftstoff. Bislang scheinen es jedoch eher Einzeltäter zu sein. 

Stendal – Immer wieder werden Baustellen zum Ziel von Dieben. Wenig verwunderlich, ist dort doch viel zu holen. Technisches Gerät, teilweise gut gefüllte große Dieseltanks, aber auch Baumaterialien scheinen dabei begehrt. Auf der Suche nach Kupfer wird aber auch vor abgestellten Zügen nicht haltgemacht. Auch im Landkreis Stendal scheinen derzeit Unbekannte auf verschiedensten Baustellen zuzuschlagen.

Allein im Mai meldete das Polizeirevier Stendal sechs Vorkommnisse auf Baustellen. Unter anderem der Diebstahl von Rüttelplatten im Wert von 10 000 Euro am Wochenende vom 13. Mai. Ein Vibrationsstampfer, Stromkästen und diverse Kabel verschwanden ab dem 6. Mai. Kurz vorher wurde der Diebstahl einer noch größeren Menge von Kupfer und Bauteilen bekannt: Kabel und Kühlelemente einer Lokomotive wurden entwendet und so ein Schaden von 50 000 Euro verursacht.

Diese gefühlte Häufung von Fällen lasse sich jedoch noch nicht statistisch belegen, antwortet Polizeihauptkommissar Dirk Marscheider auf AZ-Nachfrage. „Ein möglicher Anstieg lässt sich derzeit nicht in Zahlen ausdrücken.“ Das werde erst mit der Veröffentlichung der kommenden Kriminalstatistik möglich. Eine Zählung wird auch schwieriger, weil die Beuteziele sehr vielschichtig sind. „Ich denke, es ist auch die Frage, was Diebe tatsächlich suchen. Ist es etwas, was sie selbst verwenden möchten oder wollen sie das Diebesgut zu Geld machen.“

Wo zugeschlagen wird, scheint daher schwer vorhersehbar. Unternehmen müssen präventiv vorgehen. Dazu gehört, Fahrzeuge unbetankt stehenzulassen, Werkzeug nicht auf der Baustelle zu lagern und auch Sicherheitsunternehmen zu engagieren. „Die Möglichkeiten werden im Bereich der Prävention oft kommuniziert“, sagt Marscheider.

Erst Ende 2021 hatte die Polizei im Landkreis Stendal mit den Auswirkungen eines bundesweiten Phänomens zu kämpfen. Zahlreiche Katalysatoren wurden gestohlen (AZ berichtete). Einen Zusammenhang oder, dass es sogar dieselben Täter sein könnten, hält die Polizei jedoch für wenig wahrscheinlich. „Davon gehen wir nicht aus oder können davon nicht ausgehen. Das Diebesgut und der Modus Operandi sind einfach zu unterschiedlich.“ Vermutlich handele es sich bei den Baustellendiebstählen um Einzeldelikte. „Ob eine Gruppenstruktur dahintersteckt, solche Verfahrensfakten würden wir natürlich auch gerne herausfinden und in die Verfahrensabwicklung einfließen lassen“, sagt der Hauptkommissar.

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