In Stendal-Süd: „Die haben nicht schlecht geguckt“

Weil Kleingärtner Regeln brechen: Verwalter sichert Grundstück mit Zaun

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Der Spielplatz hinter dem Wohnblock an der Hanseallee wurde bereits dem Erdboden gleichgemacht (kleines Bild). Ein über zwei Meter hoher Zaun soll nun einige benachbarte Hobbygärtner am rechtswidrigen Befahren des Grundstücks hindern.

Stendal. „Die haben nicht schlecht geguckt“, sagt Lothar Nehring über die Reaktion einiger Hobbygärtner der benachbarten Gartensparte, die nun aufgrund eines von ihm gebauten Lattenzauns nicht mehr die rechtswidrige Zufahrt zu ihren Parzellen in Anspruch nehmen können.

Nehring ist Hausverwalter in den Blöcken der Raks-AG in Stendal-Süd. Nachdem es zwischen ihm und einigen Gärtnern immer wieder zu Streitigkeiten kam, hat Nehring reagiert und kurzerhand einen gut zwei Meter hohen Zaun auf dem Raks-Grundstück aufgestellt. Das selbstgebaute Tor der Kleingärtner ist damit außer Reichweite, weil es sich auf dem Grundstück der Raks-AG befindet. Das Befahren der Zufahrt war bereits vor der Zaunerrichtung verboten.

„Der Kreisverband der Kleingärtner und der Rolandverein hatten im Vorfeld bereits mehrmals dazu aufgefordert, das Befahren zu unterlassen“, berichtet Lothar Nehring. Er hatte sich schriftlich bei beiden Organisationen über das Verhalten der Gärtner beschwert. In einem Schreiben des Kreisverbandes verweist dessen Vorsitzender Peter Riebeseel auf die Zuständigkeiten. Der Verband kümmere sich lediglich um Probleme innerhalb der Gartensparte. In dem Antwortschreiben heißt es aber auch: „Die Handlungen können wir nicht für gut heißen.“

Mit geliehenem Gerät und der Hilfe zweier Mieter und eines Freundes machte sich Nehring Anfang September an den Zaunaufbau. „Die Pfosten haben wir vom Spielplatz genommen. Den hatte ich schon vorher abgebaut, weil hier keine Kinder mehr sind. Die Latten lagerten zum größten Teil in den verlassenen Kellern eines Wohnblocks“, so der Hausverwalter im AZ-Gespräch. Eine außerordentliche Genehmigung für den Zaunbau benötige Nehring nicht. „Wenn es um die Sicherheit geht, dann darf ich sowas eigenständig machen.“ Auch auf der anderen Seite des Grundstücks soll in Kürze ein Zaun entstehen, um Wohnblock und Gartensparte voneinander zu trennen.

„Da kommt bestimmt nochmal ein richtiger Zaun hin“, hofft Nehring weiterhin auf einen Investor, der die Blöcke in Süd umfangreich saniert, „es sollte ja schon seit Februar soweit sein.“ Die Verhandlungen mit potenziellen Investoren würden nur schleppend verlaufen, wohl auch aufgrund der sechsstelligen Forderungen der Stadtwerke gegenüber der Raks-AG. Gespräche mit dem Landkreis über eine eventuelle Unterbringung der Asylsuchenden in den Wohnblöcken gebe es momentan nicht. „Das wurde noch mit keinem Wort erwähnt“, so Nehring.

Von Mike Höpfner

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