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„Hells Angels“-Prozess in Stendal: Termin gegen angeklagten Salzwedeler vertagt

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Von: Tobias Henke

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Mikrofon im Landgericht. Der Gerichtssaaal ist leer. Ein Termin ist ausgefallen
Ein für Donnerstag angesetzter Termin im Prozess gegen ein „Hells Angels“-Mitglied aus Salzwedel ist ausgefallen. Nächster Termin ist am kommenden Mittwoch. © Hartmann, Stefan

Stendal – Seit dieser Woche läuft vor dem Stendaler Landgericht der Prozess gegen einen aus Salzwedel stammenden Angeklagten, der zur Rockergruppe „Hells Angels“ gehört. Kay S. wird vorgeworfen, in Salzwedel einem Afghanen ein Messer in den Rücken gestoßen zu haben. Ein für Donnerstag angesetzter Prozesstag fiel auf Initiative der Verteidigung aus.

Wie Gerichtssprecher Dr. Michael Steenbuck der AZ mitteilte, sei das passiert, weil sich die Verteidigung „nicht ausreichend auf die Beweisaufnahme vorbereitet“ sah. Als nächster Termin für den Prozess ist nun der kommende Mittwoch, 9. November, vorgesehen.

Dem 48-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, im August 2019 bei einer Auseinandersetzung zweier Gruppen vor einer Bar in Salzwedel ein Messer gezogen und einem Mann damit zweimal in den Rücken gestochen zu haben. An den ersten beiden Prozesstagen erfolgte die Anklageverlesung und es begann die Beweisaufnahme. Diese ist mit hohem Aufwand verbunden, da etliche Zeugen gehört werden, von denen einige einen Dolmetscher benötigen. Bis Ende November sind aktuell acht weitere Verhandlungstage terminiert.

Zunächst war das Amtsgericht Salzwedel mit dem Prozess betraut. Dieses lehnte eine Anklageerhebung jedoch mit Verweis auf eine mögliche Tötungsabsicht des Täters ab: Amtsgerichte sind nur bis zu einem maximalen Strafrahmen von vier Jahren zuständig. Bei Straftaten, bei denen eine höhere Strafe im Raum steht, wie in diesem Fall, ist somit das Landgericht zuständig, auch wenn es sich um eine erstmalige und nicht um eine Berufungsverhandlung handelt. the

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