Gelände steht auf Bauliste

Mönchskirchhof Stendal: Platzmitte stärker im Blick

Ein Weg zerschneidet den Mönchskirchhof in Stendal regelrecht.
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Blick vom Westwall in Richtung weitere Altstadt. Ein Plattenweg zerschneidet den Mönchskirchhof in Stendal regelrecht. Einen wirklichen Mittelpunkt kann es bislang nicht wirklich geben.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Der stadthistorisch bedeutsame Mönchskirchhof in Stendal soll saniert werden. Ob ein Denkmal erreichtet wird und welche Rolle das Element Wasser spielt, bleibt abzuwarten.

Stendal – Der Mönchskirchhof in Stendal weist an seinen Seiten einiges an Geschichte und Tradition auf, der Platz selbst erinnert mehr an einen reinen Durchlauf für Fußgänger und Radfahrer. Über einen Wandel des Areals reden Politik und Verwaltung schon seit Längerem, Veränderungen sind für die Zeit nach dem Sachsen-Anhalt-Tag 2022 avisiert. Auf die AZ-Frage, inwieweit tatsächlich ein Bischofsdenkmal dort errichtet werden könnte, heißt es aus dem Rathaus: „Inwieweit das Aufstellen von Statuen oder das Thema Wasser mit als Gestaltungselemente einbezogen werden, bleibt der konkreten Planung vorbehalten.“ Offenbar ist einiges möglich. Das Thema Wasser könnte in einem Springbrunnen oder Fontänen, ähnlich denen auf dem Marktplatz der Hansestadt, münden.

Arbeiten nach Sachsen-Anhalt-Tag 2022

Das Denkmal soll an den Kirchenfürsten Dietrich von Portitz erinnern, um 1300 in Stendal geboren und auch bekannt als Dietrich Kagelwit. Die Idee stammt aus dem Kulturausschuss einer älteren Legislatur, der Altmärkische Heimatbund beispielsweise zeigte sich durchaus angetan (die AZ berichtete). Wenn es um Statuen geht, muss es natürlich nicht auf den einstigen Erzbischof von Magdeburg hinauslaufen. Auch andere Motive scheinen möglich, kirchliche wie weltliche, und dürften so oder so die Bürger beschäftigen. Albrecht der Bär, der Askanierfürst, beherrschte die politische Diskussion weiter nördlich in Werben mindestens über Monate, ein Denkmal wird ihm dort nicht gesetzt. Wie sich der Mönchskirchhof in der Kreisstadt Stendel entwickeln kann, bleibt abzuwarten.

Bischofsstatue und weitere Ideen

Schon planerisch unterscheidet die Stadt zwischen Straße und Platz. „Die Verkehrsfläche weist infolge von belastungsbedingten Setzungen erhebliche Mängel auf. Die Fahrbahn wie auch die Nebenanlagen entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Zudem ist in Teilen kein Regenwasserkanal vorhanden“, umschreibt Rathaussprecher André Projahn nach Rücksprache mit dem Fachamt. Ähnlich sei es um den Platz selbst bestellt. „Bäume sind teils erheblich geschwächt. Der Oberflächenbelag der Wegfläche ist verschlissen und demzufolge bruchhaft. Aus sicherheitstechnischen Gründen wurden bereits in der zurückliegenden Zeit einzelne Wegeplatten erneuert.“ Kurzum: „Im Ganzen betrachtet vermittelt der Platz keinen gerade ansprechenden Eindruck.“

Zwei Millionen Euro bislang eingeplant

Der Straßenbau 2022/23 beginnt nach dem Landesfest, das vom 1. bis 3. Juli nächsten Jahres stattfindet. „Die Platzgestaltung soll eingetaktet in den Jahren 2023 und 2024 umgesetzt werden.“ Für das Gesamtprojekt sind über das Förderprogramm „Lebendige Zentren“ bereits Mittel bewilligt worden. Fördergeld von Bund und Land sowie Eigenmittel summieren sich auf gut zwei Millionen Euro. Die Verkehrsfläche werde voraussichtlich analog zum Beispiel dem Birkenhagen oder der Wüste Worth gestaltet. Dort dominiert graues Kleinpflaster. Näheres bleibe der konkreten Planung vorbehalten. Eines werde jedoch besonders beachtet. „Das ist die axiale Bedeutung vom westlichen Stadtgebiet zur Altstadt für Radfahrer und Fußgänger insbesondere im nördlichen Straßenbereich.“

Die Platzgestaltung soll sich am „historischen Gliederungssystem“ orientieren. „Wobei das Ziel besteht, die zentrale Platzmitte flächenmäßig in ihrer Funktion stärker herauszubilden. Ganz wesentlich ist natürlich, den gesamten Platz funktional und insbesondere bezogen auf die Naherholungsqualität umfassend aufzuwerten.“ Wie genau das gelingen soll, muss sich dann zeigen. Wer es nicht weiß: Der Mönchskirchhof liegt am Rand der Altstadt und ist als kleiner Park gestaltet. In der Grünanlage stehen zwei plastische Elemente. Einst gab es in dem Bereich zwei Klöster, von beiden ist recht wenig erhalten, etwa das Refektorium (Speisesaal), in dem heute die Bibliothek sitzt, und die Annenkirche. Auf einer anderen Seite des Platzes befindet sich ein Schulgebäude, 1911 errichtet.

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