SWG investiert 5,6 Millionen Euro in mehrere Projekte / Wohnraum für Erkrankte auf der Liste

Demenz-WG statt Pflegeheim

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SWG-Chef Daniel Jircik erläutert anhand von Illustrationen, wie die künftige Demenz-WG aussehen soll. Die SWG investiert in diesem Jahr insgesamt 5,6 Millionen Euro in diverse Bauvorhaben wie neue Fassaden oder Fahrstuhltürme. 

Stendal. Insgesamt 5,6 Millionen Euro investiert die Stendaler Wohnungsbau-Gesellschaft (SWG) in diesem Jahr. „Das wird nicht ganz so offensichtlich wie im letzten Jahr. Wir werden viel in die Häuser gehen“, sagt SWG-Chef Daniel Jircik.

Mehrere Projekte mit Kosten zwischen 40 000 und 450 000 Euro stellte Jircik gestern vor. Neben neuen Fahrstuhltürmen für die Hans-Schomburgk-Straße 34-43 und neuen Balkonbrüstungen sowie einer sanierten Fassade an der Dr. -Kurt-Schumacher-Straße 8-12 schafft die SWG derzeit eine Demenz-Wohngemeinschaft.

Dass man ab und an Dinge vergisst oder sich Notizen für Termine oder Erledigungen machen muss, kennt wohl jeder Mensch. Entwickelt sich daraus im höheren Alter jedoch ein psychiatrisches Syndrom, gemeinhin als Demenz bezeichnet, ist bisweilen ein normaler Alltag nicht mehr möglich. In Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative Stendal (BIS) entsteht an der Carl-Hagenbeck-Straße eine Wohngemeinschaft mit drei Zimmern. Und die Tagesstätte der BIS ist nur einen kurzen Flur entfernt.

„Wir finden, dass das gut zu den Aktivitäten der Bürgerinitiative passt“, sagt Daniel Jircik. Die Räumlichkeiten seien bislang noch nie als Wohnung genutzt worden. „Wir haben uns das hier angesehen und fanden, dass es mehr hergibt als bloß eine Wohnung“, sagt Jircik. Seit etwa zwei Wochen arbeiten Klempner und Elektriker in dem neu geschaffenen Domizil im Erdgeschoss. Direkt nebenan liegt die Tagesstätte der BIS.

Diese ist „ein Angebot für Menschen, deren Alltagskompetenz durch die Folgen einer Demenzerkrankung oder eines Schlaganfalles eingeschränkt ist“, wie die Bürgerinitiative auf ihrer Internetseite erklärt. Zum Angebot gehören Spaziergänge, Gymnastik, Spiele und gemeinsames Singen. Die Demenz-WG wird nach ihrer Fertigstellung, die laut Jircik in einem Vierteljahr geplant ist, drei Menschen ein Zuhause bieten. Die Zimmer haben eine Größe von 15 bis 20 Quadratmetern. Kostenpunkt pro Zimmer: rund 300 Euro im Monat. „Das größte Zimmer hat auch einen Balkon. Es könnte also den einen oder anderen Euro mehr kosten“, so Jircik mit einem Augenzwinkern. Die drei WG-Bewohner werden sich Küche, ein großes Badezimmer, eine weitere separate Toilette sowie einen Aufenthaltsraum mit Balkon teilen. Die Kosten für den Umbau betragen etwa 40 000 Euro.

Welche Projekte 2018 noch konkret geplant sind und wie diese aussehen sollen, lesen Sie in einer der nächsten Ausgaben der AZ.

Von Mike Höpfner

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