Start ins Gigabit-Zeitalter

Datenautobahn oder Feldweg: Wirtschaftsminister bremst Erwartungen

+
Wer kann den gordischen Knoten der Digitalisierung lösen?

Magdeburg / Altmark. Wirtschafts- und Digitalminister Armin Willingmann (SPD) bremst die Erwartungen auf einen schnellen Glasfasernetzausbau.

„Auf dem Weg zur Gigabit-Gesellschaft müssen wir noch einige Felsbrocken aus dem Weg räumen“, sagte er in der gestrigen Kabinettspressekonferenz, in der er Bilanz des bisher Erreichten zog.

Immerhin: Die Versorgung mit „schnellem“ Internet (z. B. 50 Mbit/Sekunde für Haushalte) komme inzwischen zügiger voran. In diesem Jahr habe der Anteil um neun Prozentpunkte auf 59,5 Prozent gesteigert werden können. Ursprüngliches Ziel war, bis Ende 2018 allen Haushalten im Lande diese Übertragungsgeschwindigkeiten zu bieten. Das soll nun bis Ende 2020 erreicht werden. Im Vergleich zu modernen Daten-Autobahnen mit Übertragungsraten von 500 Mbit/s und mehr entspricht das aber eher dem Niveau eines gut ausgebauten Feldweges. Der Anschlussgrad mit Gigabit-Anschlüssen betrage bundesweit acht und in Sachsen-Anhalt lediglich sechs Prozent.

Willingmann reichte den schwarzen Peter nach Berlin weiter. Noch sei unklar, wie viel Geld der Bund für den flächendeckenden Glasfaserausbau bis 2025 bereitstellen wird. Damit sei unklar, wie das Ziel erreicht werden könne. Ein weiteres Problem sei die zweigleisige Förderung durch Bund und Länder. Einen Vorschlag, die Mittel aus einer Hand über die Bundesländer auszureichen, habe Bundesdigitalminister Andreas Scheuer (CSU) abgelehnt.

Kommentar von der altmärkischen Basis zum Thema: „Leider reden alle nur. Die Kommunen müssen sich in Sachen Glasfaserausbau selbst helfen“, so Tangerhüttes Einheitsgemeindebürgermeister Andreas Brohm (parteilos). „Wir denken in Regionen und haben in der Altmark einen Zweckverband gegründet“, twittert er von einem Infrastrukturkongress in Berlin.

Von Christian Wohlt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare